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Radsternfahrt setzt Zeichen

Viel Interesse an Weiterentwicklung des Radwegenetzes im Landkreis

Knapp 70 Radler beteiligten sich an der ersten Radsternfahrt in Frankens Mehrregion.

Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim hatte am Sonntag, 21. Mai 2017 erstmals zu einer Radsternfahrt eingeladen. An die siebzig Radler waren dem Aufruf gefolgt. Aus allen Richtungen, teilweise sogar aus Fürth, kamen sie in Begleitung von Tourenführern zum Kino in Neustadt angeradelt, um ein positives Zeichen für den Radverkehr zu setzen.

Landrat Helmut Weiß begrüßte die Radler bei bestem Sonntagswetter vor dem Parkplatz der Castell-Bank in Neustadt a.d.Aisch. Dieser war als Fahrradabstellplatz zur Verfügung gestellt und mit mobilen Fahrradständern von Zweirad Hofmann bestückt worden.

"Das Fahrrad feiert dieses Jahr seinen 200ten Geburtstag. Zwar ist dieser offiziell erst am 12. Juni, doch dynamisch wie der Landkreis ist, haben wir ihn für uns kurzerhand ein paar Tage vorverlegt", so Landrat Weiß in seinen Begrüßungsworten. Das Fahrrad ist als klimafreundliches und gesundheitsförderndes Fortbewegungsmittel moderner denn je. Deshalb ist der Landkreis an vielen Fronten aktiv, um diesen Schwung aufzunehmen um den Radverkehr im Landkreis aktiv voranzubringen.

Landrat Weiß verwies dabei auf das derzeit laufende Radwegekonzept, mit dem Ziel ein durchgängiges Freizeit- und Alltagsradwegenetz mit einheitlicher Beschilderung im Landkreis zu schaffen. Auch war drei Tage zuvor eine Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern vor Ort, um die Ist-Situation des Landkreises in Sachen Fahrradfreundlichkeit zu analysieren und um Handlungsempfehlungen zu geben, wie sich der Landkreis in Zukunft noch fahrradfreundlicher entwickeln kann.

Nach der Erfrischungspause mit belegten Brezen und Getränken, die der Tourismusverband Steigerwald sowie die Brauerei Hofmann bereitgestellt hatten und die von der Belegschaft des Kinopersonals gereicht wurden, versammelte sich die 'Radlergemeinde' im Kinosaal. Es wurde der streckenweise durchaus provokante Dokumentarfilm 'Bikes vs Cars' gezeigt. Dieser veranschaulichte sehr eindrucksvoll das Konfliktpotential zwischen Automobil- und Radverkehr, verwies aber auch gleichzeitig auf die vielfältigen Chancen, die mit der Förderung des Radverkehrs einhergehen: Weniger CO2-Emmissionen, reduzierte Lärm- und Schadstoffbelastung, Entschleunigung im Straßenverkehr, weniger Ressourcenverbrauch.

In der anschließenden von Markus Frank, dem Radwegebeauftragten des Landkreises, moderierten Diskussionsrunde, wurde der eine oder andere Aspekt auch aufs Tablett gebracht und auf die hiesige Situation bezogen: innerstädtische Verkehrsführung, Fahrradabstellanlagen, Radwegebeschilderung oder Gefahrenstellen entlang des derzeitigen Wegenetzes waren Diskussionspunkte. Auch über die Gestaltung einer folgenden Radsternfahrt wurde bereits nachgedacht. In einem waren sich alle letztlich einig: Die Förderung des Radverkehrs kann nur gelingen, wenn Landkreis, Kommunen und Bürger bedarfsgerecht zusammenarbeiten.

Die Radsternfahrt fand ihren gemütlichen Ausklang in der Kohlenmühle, von der aus sich die Radfahrer dann wieder in alle Richtungen auf den Nachhauseweg machten.