Neuigkeiten aus dem Landratsamt

Miteinander Kilometer sammeln

Landkreis nimmt an der Aktion STADTRADELN teil

Der Radwegebeauftragte Sebastian Haser auf dem Rad in Scheinfeld

Der Radwegebeauftragte Sebastian Haser freut sich auf viele Teilnehmer beim STADTRADELN

Fahrradständer ist nicht gleich Fahrradständer, ein Dorn im Auge sind Sebastian Haser, Radwegebeauftragter des Landkreises, die unter Radlern berüchtigten Felgenkiller. Die vorhandene Fahrrad-Infrastruktur steht für ihn aktuell nicht nur mit Blick auf die startende Zweiradsaison im Mittelpunkt, sondern auch wegen der im Frühsommer angesetzten Bereisung des Landkreises durch Vertreter der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK). Darüber hinaus will er den Faktor Alltagsradeln verstärken, daher nimmt der Landkreis in diesem Jahr an der Aktion STADTRADELN teil.

Startschuss sollen die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum des Landkreises am Sonntag, 3. Juli, sein. 21 Tage lang gilt dann lieber zwei als vier Räder, lieber radeln als Autofahren. Ob der Weg zur Arbeit, in die Schule, zum Supermarkt oder die abendliche Fitnessrunde, "es zählt jeder Kilometer", sagt Sebastian Haser. Teilnehmen können nach der Registrierung Hobbysportler wie Freizeitradler, die gesammelten Kilometer werden in ein Online-Kilometerbuch eingetragen oder über die STADTRADELN-App direkt registriert. Am Ende des Aktionszeitraums im Herbst kann sich die Teilnahme nicht nur für den Landkreis beziehungsweise für die Kommune mit den meisten Kilometern bezahlt machen. Es gibt außerdem Wettbewerbe für die fahrradaktivste Schule oder auch den besten Newcomer.

Für Sebastian Haser ist das Stadtradeln eine optimale Möglichkeit, um das Fahrrad als Fortbewegungsmittel stärker in den Köpfen zu verankern. "Touristisch sind wir richtig gut aufgestellt", als Beispiele nennt er den Aischtalradweg, den Fernradweg "Vom Main zur Zenn" und die zwölf Themenrunden durch den Landkreis. Nun geht es darum, das Fahrrad noch häufiger in die täglichen Abläufe zu integrieren. Grundlage dafür ist das rund 1200 Kilometer lange Radwegenetz im Landkreis, dessen offizielle Eröffnung im Oktober 2019 gefeiert wurde. Unter anderem die Beschilderung wurde teils erneuert und vereinheitlicht, "das ist ein guter Punkt auf der Habenseite", betont Sebastian Haser. Einer, der regelmäßig im Vorfeld der Radsaison mit den Radwegebeauftragten der Kommunen überprüft wird.

Was die übrige Infrastruktur angeht, arbeitet er an einer Verbesserung, so ist in Kooperation mit den beiden Lokalen Aktionsgruppen Aischgrund und Südlicher Steigerwald eine Konzeptstudie geplant. Die Möglichkeiten, das Fahrrad abzustellen werden dabei beispielsweise auf den Prüfstand gestellt, aber auch die Ladestationen, schließlich nimmt im Landkreis die Zahl der E-Bikes entsprechend der bundesweiten Entwicklung zu. Im Herbst könnte im Landkreis, zumindest wenn es nach Sebastian Haser geht, ein noch vergleichsweiser junger Trend in den Fokus rücken: Lastenräder. Jedenfalls hat er Interesse angemeldet für eine vom AGFK geplante Tour durch zehn Städte in Bayern, während der Lastenräder vorgestellt werden sollen, Testfahrten und ein Parcours inklusive. Keine Verkaufsveranstaltung, sondern ein Informationsangebot sei der Termin, sagt Sebastian Haser und hofft, dass es klappt.

Ein oder mehrere Veranstaltungen sollen im Idealfall heuer noch dem Aischtalradweg gewidmet werden, der vor 30 Jahren offiziell ausgewiesen wurde. Den ältesten Fernradweg bezeichnet der Radwegebeauftragter als Aushängeschild, der sowohl hinsichtlich des Belags wie des Streckenprofils unter Radlern als familien- und seniorenfreundlich gilt. Er ermögliche schön gemütliches Dahinrollen, bestätigt Sebastian Haser, beim Sporteln ebenso wie auf dem Weg zur Arbeit.