Neuigkeiten aus dem Landratsamt

Nachhaltige Integration im Gesundheitssektor wissenschaftlich begleitet

Broschüre beleuchtet bestehende Angebote im Landkreis

Gesundheitsregion plus, Integration, Forschungsarbeit

Dr. Stefan Kordel, Dr. Tobias Weidinger und David Spenger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg überreichen Landrat Helmut Weiß (von links) und Bettina Handschuh-Kiesel, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, eine Broschüre mit Handlungsempfehlungen.

„Anwerben, Einarbeiten, Halten von Drittstaatsangehörigen im Gesundheits- und Pflegesektor im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim“ lautet der Titel einer Broschüre, in der ein Forscherteam am Institut für Geographie der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Stefan Kordel Ergebnisse und Handlungsempfehlungen des von der EU geförderten Forschungsprojektes MATILDE aufbereitete. Es befasst sich mit Auswirkungen der Zuwanderung von Personen aus Drittstaaten auf ländliche Räume, in Bayern wurde der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim für eine Fallstudie zur Arbeitsmarktintegration ausgewählt. „Unser Ansatz setzte darauf, möglichst viele Perspektiven wie von Betreibern, Kommunen und Beschäftigten einzubeziehen und vor allem den Neuzugewanderten selbst in Workshops eine Stimme zu geben“, sagte Projektmitarbeiter Dr. Tobias Weidinger.

Unterstützung bei den Erhebungen fand das Forschungsteam bei der Gesundheitsregion plus, dem Netzwerk Plege in Frankens Mehrregion sowie dem Zentrum für Pflegeberufe und dessen Träger den Kliniken des Landkreises. Die Ergebnisse zeigen ganz unterschiedliche Herangehensweisen, wie Betriebe Arbeitskräfte anwerben und das Ankommen gestalten. „Für das Netzwerk Pflege in Frankens Mehrregion ist es enorm wichtig, dass die ausgebildeten Fachkräfte in unserer Region bleiben. Die ausgearbeiteten Handlungsempfehlungen des Teams der FAU stellen für uns einen wertvollen Beitrag dar, wie die notwendige Orts- und Betriebsbindung wachsen kann“, erläuterte Landrat Helmut Weiß bei der Ergebnispräsentation des Forschungsprojektes. Dass Maßnahmen der Integration nicht auf den Arbeitsplatz selbst beschränkt bleiben können und sich eine Bleibeorientierung im Lebensalltag vor Ort entwickelt zeigen die Ergebnisse: „Unterstützung bei der Vermittlung von gutem Wohnraum und dem Aufbau von Netzwerken sind enorm wichtig. Die Maßnahmen, die im Landkreis aufgesetzt wurden weiterzuentwickeln und dabei das emotionale Wohlbefinden der Neuzugewanderten nicht aus dem Blick zu nehmen, sind wichtige Zukunftsaufgaben“, sagt Projektleiter Dr. Stefan Kordel.

Die Broschüre kann bei der Gesundheitsregion plus bestellt oder auf der Webseite www.gesundheitsregion.kreis-nea.de unter Service im Downloadbereich abgerufen werden.