Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Vertragsnaturschutz im Landkreis: Viele Landwirte sind Partner

Biolandwirt Harald Prechtel aus Uehlfeld (rechts) zeigt Landrat Helmut Weiß (links), Ulrike Groetsch, Regierung von Mittelfranken (2. von links) sowie Dagmar Nitsche von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes (3. von links) seine VNP-Flächen.

Auf die Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz setzt das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP). Es ist ein Naturschutzinstrument der Bayerischen Staatsregierung zum Erhalt des europäischen Schutzgebietes Natura2000 und zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.

Naturschonende Bewirtschaftung
Kürzlich zeigte bei einem Ortstermin Biolandwirt Harald Prechtel aus Uehlfeld Landrat Helmut Weiß, Ulrike Groetsch von der Regierung von Mittelfranken sowie Dagmar Nitsche von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Flächen, die er unter dem VNP bewirtschaftet (siehe Bild). Im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim sind bereits 547 Landwirte aktive Partner bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Flächen. Gemeinsam arbeiten Landwirte und Naturschutz daran, insbesondere selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu schützen und so ihr Überleben zu sichern.

Maßnahmen
Die Landwirte verpflichten sich Wiesen, Weiden, Äcker und Teiche (VNP Offenland) und Waldflächen (VNP Wald) naturschonend zu bewirtschaften. Landwirte können sich zum Beispiel für einen Schnittzeitpunkt oder Bewirtschaftungsruhe auf Wiesen entscheiden. Gefördert wird die extensive Teichnutzung wie auch die Beweidung mit Schafen und der Erhalt von Streuobstbeständen. Bei Wiesen, besonders auch an Gewässern, ist ein Düngeverzicht Bestandteil von Maßnahmen, um die Gewässerqualität zu verbessern und sauberes Grundwasser zu sichern. Viele ökologische wertvolle Lebensgemeinschaften hängen von der Bewirtschaftung einer Fläche ab. Streuobstwiesen können seltenen Pflanzenarten als Rückzugsraum dienen und gefährdete Tierarten beherbergen. Das Landschaftsbild wird von den Wiesen besonders in den Flussauen geprägt. Wiesenbrüter, wie Kiebitz und Brachvogel brauchen dringend geschützte ungestörte Rückzugsräume, um existieren zu können. Ihre Bestände haben sich durch die Intensivierung der Wiesennutzung stark verringert.

Mehr Vielfalt in der Landschaft
Mit dem VNP soll deshalb wieder mehr Vielfalt in die Landschaft gebracht werden. Es entstehen z. B. Lebensräume für Feld- und Wiesenbrüter, wie Rebhühner und Brutplätze für Kiebitze. Bereits letztes Winterhalbjahr hat das Bayerische VNP Offenland regen Zuspruch im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim erfahren. In dieser Saison wurden weitere 145 ha mit einem Budget von 65.000 Euro abgeschlossen. Damit steigt die jährliche Förderung für diesen Bereich des Vertragsnaturschutzes im Landkreis auf 418.000 Euro. Mit diesen Fördermitteln, die durch den Bayerischen Landtag und die Europäische Union bereitgestellt werden, können mehr als 1.000 Hektar im Landkreis extensiv bewirtschaftet werden. Wertvolle Kulissen sind die Talauen an der Aisch und an der Zenn, der Frankenhöhe Anstieg, und der Steigerwald, in denen Vertragsnaturschutz abgeschlossen werden kann.

Kontakt für Interessierte
Für die VNP Antragstellung im kommenden Winter 2019 können sich Interessentinnen und Interessenten ab sofort an der Unteren Naturschutzbehörde vormerken lassen. Auf Wunsch findet eine ausführliche Beratung zum Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm statt.

Kontakt: Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Untere Naturschutzbehörde, Dagmar Nitsche, Tel.: 09161 92-3222, E-Mail: dagmar.nitsche(at)kreis-nea.de