Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Auf den Spuren des Maivogels

Die Wandergruppe bei einer Erklärung durch einen der Fachreferenten.

Ein Gelbwürfeliger Dickkopffalter.

Ein Eichenbock.

Kürzlich fand nördlich von Bad Windsheim eine naturkundliche Wanderung im Rahmen der BayernTourNatur-Veranstaltungen statt, die vom Landschaftspflegeverband im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim e. V. und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes organisiert wurde. Geführt wurde die Tour vom Stadtförster der Stadt Bad Windsheim, Sven Finnberg, Prof. Dr. Jörg Müller und Dr. Simon Thorn von der Universität Würzburg sowie Dr. Matthias Dolek. Landrat Helmut Weiß freute sich, etwa 60 Teilnehmer begrüßen zu dürfen.

Größtes Naturschutzgebiet
Unter dem Titel "Auf den Spuren des Maivogels" führte die Wanderung zum Naturschutzgebiet "Gräfholz und Dachsberge", das mit ca. 350 ha das größte des Landkreises ist und besonders wertvolle Laubwaldbestände beherbergt. Teile davon werden auch noch historisch als "Mittelwald" bewirtschaftet. Es entsteht eine relativ lichte Waldstruktur, die besonders vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet. Diese Nutzungsform war früher in Deutschland sehr weit verbreitet, ist aber sehr stark zurückgegangen und wird nur noch in wenigen Gegenden aktiv betrieben. Im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim werden noch relativ große Waldbestände durch diese Bewirtschaftungsform geprägt und genutzt. Eine Vielzahl dieser Wälder werden über das Vertragsnaturschutzprogramm Wald durch die Untere Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.

Seltene Schmetterlinge
Das Gebiet rund um den Kehrenberg ist besonders für seine Schmetterlingsfauna bekannt, die zu den artenreichsten und wertvollsten in ganz Bayern zählt. Hier finden sich beispielsweise viele Schmetterlingsarten, die vom Aussterben bedroht sind und nur noch in ganz wenigen Gebieten in Deutschland vorkommen. Die Arten stehen unter besonderem europäischem Schutz nach der sog. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Arten). Für die Erhaltung dieser Arten trägt der Landkreis eine besondere Verantwortung. Zu solchen Tagfalterarten zählen beispielsweise der Gelbringfalter, der Heckenwollafter oder der Kleine Maivogel. Für Letzteren wurden im Rahmen eines Projektes der Unteren Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Landschaftspflegeverband und der Stadtförsterei Bad Windsheim verschiedene Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Art durchgeführt. Um weitere Informationen an die Lebensraumansprüche des Maivogels und anderer Arten zu erhalten, werden diese Maßnahmen wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen der BayernTourNatur wurde das Projekt durch die Fachreferenten vorgestellt und die jeweiligen Hintergründe dazu erläutert.

Bei herrlichem Sonnenschein, heimischen Getränken und Häppchen ließ man die Tour gemeinsam ausklingen.