Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Stand Sonntag, 11. Juli 2021, 13:00 Uhr: Aktualisierung zur Hochwasserlage - Katastrophenfall beendet

Anhaltende Entspannung der Lage
Sitzungssaal im Landratsamt während Besprechung

Lagebesprechung im Landratsamt

Aufgrund der extremen Regenfälle und der damit einhergehenden Hochwasserlage im gesamten Kreisgebiet, die ein koordiniertes Zusammenspiel aller im Einsatz befindlichen Rettungskräfte erforderten, stellte Landrat Helmut Weiß bereits am Freitag früh, um 10.00 Uhr die Großschadensereignislage nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes fest.

Nach weiter anhaltenden starken Regenfällen und einer sich ausdehnenden Hochwasserlage im gesamten Kreisgebiet erfolgte noch am selbigen Tag um 16.00 Uhr die Feststellung des Katastrophenfalles durch Landrat Helmut Weiß. Im Laufe des Samstages zeichnete sich hier leichte Entspannung der Lage ab, die mit aktuell fallenden Pegelständen auch weiterhin anhält.

Aufgrund dessen konnte Landrat Weiß am heutigen Tag um 13.00 nunmehr die Aufhebung des Katastrophenfalles feststellen. Zwar werden derzeit vereinzelt noch Einsatzstellen durch Hilfs- und Rettungskräfte abgearbeitet, jedoch werden diese Arbeiten voraussichtlich bis in die Abendstunden abgeschlossen werden können.

Insgesamt handelte es sich in den vergangenen Tagen um eine Schadenslage mit über 1000 Einsätzen, bei welchen zeitweise über 1300 Hilfs- und Rettungskräfte für die Bürgerinnen und Bürger im Einsatz waren. Trotz der enormen Schadenslage gab es weder unter den Einsatzkräften noch bei Bürgerinnen und Bürgern nennenswerten Verletzungen oder Tote.

Kreisbrandrat Alfred Tilz, der nach dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz als örtlicher Einsatzleiter eingesetzt war, zieht ein Fazit: „Zunächst bin ich unglaublich erleichtert, dass sich bei einer derartigen Schadenslage mit über 1000 Einsätzen, in den vergangenen drei Tagen, niemand schwerer verletzt hat, oder es zu Todesfällen im Rahmen dieser dramatischen Ereignisse gekommen ist. Mein ausdrücklicher und herzlicher Dank gilt den mehr als 1200 Feuerwehrfrauen und -männern aus über 130 Feuerwehren des Landkreises für ihren tagelangen unermüdlichen Einsatz. Hierbei eingeschlossen sind natürlich auch die Einsatzkräfte des THW, der Rettungsorganisationen, der Polizei, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) des Landratsamts und den politisch Verantwortlichen in den unterschiedlichen Ebenen.“

Das genaue Schadensausmaß der vergangenen Tage kann derzeit noch nicht genau beziffert werden. Nach aktuellem Stand ist jedoch davon auszugehen, dass es durch das Hochwasser zu Schäden an oder in über 500 Gebäuden im Landkreis gekommen ist. Viele Privatleute und Landwirte sind betroffen, Äcker und Wiesen sind überschwemmt und die Feldfrüchte unbrauchbar geworden, Autos wurden von den Fluten weggespült.

Noch am Wochenende hatte das Landratsamt unmittelbar reagiert und für Betroffene ein Bürgertelefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 09161 92-8080 konnten sich Bürgerinnen und Bürger für Informationen und Beratung im Umgang mit angefallenen Sperrmüll an das Landratsamt wenden. Dieses kurzfristig eingerichtete Angebot wurde am Samstag und am heutigen Sonntag insgesamt rund 130 mal in Anspruch genommen. Unter der vorgenannten Telefonnummer können sich Betroffene auch am morgigen Montag während der normalen Dienstzeiten an das Landratsamt wenden.

Landrat Helmut Weiß zur Lage: „Die vergangenen Tage waren für viele Menschen im Landkreis eine enorme Herausforderung und werden sicher auch noch nach dem Ende des Katastrophenfalls nachwirken. Nichtsdestotrotz bin ich sehr froh, dass sich die Lage weiterhin entspannt. Allen die sich in den vergangen Tagen helfend und unterstützend für ihre Mitmenschen eingesetzt haben, sei es im Privaten oder im Dienste der verschiedenen Hilfs- und Rettungsorganisationen, danke ich ganz herzlich. Viele Bürgerinnen und Bürger wurden von diesem Hochwasser getroffen. Meine Verwaltung und ich werden nun versuchen, den Betroffenen, dort wo es uns möglich ist, mit ihren verschiedenen Anliegen schnellst- und bestmöglich zu helfen.“