Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Katastrophenfall festgestellt

Am Wochenende ist ein Bürgertelefon eingerichtet

Um rasch Fragen aus der Bevölkerung beispielsweise zum Thema Abfallbeseitigung als Folge des Starkregenereignisses beantworten zu können, hat der Landkreis an diesem Wochenende ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Telefonnummer 09161 92-8080 am Samstag, 10. Juli 2021, von 09:00 bis 16:00 Uhr sowie am Sonntag, 11. Juli 2021, von 09:00 bis 14:00 Uhr besetzt.

Mit Wirkung zum 9. Juli 2021, 10:00 Uhr, wurde im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim aufgrund des anhaltenden Starkregenereignisses die Großschadensereignislage nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes festgestellt. Wegen der weiterhin anhaltenden Regenfälle verschärfte sich die Hochwasserlage im Laufe des Nachmittags, die Hochwasserlage dehnte sich auf weitere Teile des Landkreises aus, weshalb Landrat Helmut Weiß um 16:00 Uhr den Katastrophenfall feststellte.

Im Laufe der Nacht und des Vormittags wurden zahlreiche Straßen und Wege überflutet und waren für den Verkehr nicht mehr passierbar, teil waren Ortschaften durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten. Der Schienenverkehr auf  der Bahnstrecke zwischen Neustadt a.d.Aisch und Steinach bei Rothenburg war am Freitagvormittag für rund eineinhalb Stunden eingestellt. Es kam vereinzelt zu Erdabrutschen und entwurzelten Bäumen. Auch zahlreiche Grundstücke stehen unter Wasser, Keller sind vollgelaufen. Darüber hinaus bedroht das Hochwasser Firmengelände, auf welchen teilweise Gefahrenstoffe gelagert werden.

Personen wurden in ihren Fahrzeugen in Unterführungen vom Wasser eingeschlossen und mussten geborgen werden. Das Wasser dringt in elektrische Anlagen ein und kann dort Kurzschlüsse verursachen. Es kam bereits zu Rauchentwicklung und einem Brand. Die Feuerwehren, die Polizei, das Technische Hilfswerk, die Bauhöfe und die weiteren Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen sind landkreisweit im Dauereinsatz. Es werden Keller ausgepumpt, Straßen gesperrt und Umleitungen eingerichtet, sowie Dämme aus Sandsäcken errichtet. Darüber hinaus waren zahlreiche Einsatzkräfte damit beschäftigt, Heizöltanks zu sichern, in einem Fall war ein Düngerlager betroffen.

Zeitweise waren rund 470 Einsatzkräfte aus 45 Feuerwehren im Landkreis aktiv, um gegen die Folgen des Starkregens anzukämpfen. Bis zum frühen Nachmittag gingen mehr als 250 Notrufe ein. Aus Erlangen erhielt der Landkreis technische Unterstützung in Form eines Rettungswagens mit Wattiefe (Unimog), von der Feuerwehr in Neustadt a.d.Aisch sind drei Flachwasserboote einsatzbereit.

Der Unterricht an den Schulen wurde eingestellt, die Schüler wurden - soweit möglich - durch den Schulbusverkehr nach Hause befördert. Im Übrigen wurde eine Notbetreuung an den Schulen eingerichtet.

Die Einsatzleitung bat am Freitag die Bevölkerung, soweit wie möglich, zu Hause zu bleiben beziehungsweise im Übrigen die betroffenen Gebiete zu meiden oder zumindest weiträumig zu umfahren. Auch wird empfohlen, Strom und Heizungen in von Hochwasser gefährdeten Räumen abzuschalten, da die Gefahr eines Stromschlags bereits bei Kondenswasser drohen kann. Liegt der Stromkasten in einem überfluteten Raum, sollte dieser nicht betreten werden, vielmehr ist die Feuerwehr zu informieren. Auch gilt bei Überschwemmungsgefahr, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten, Abflüsse und Schächte sind freizuhalten, sodass das Wasser abfließen kann.