Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Pressearchiv 2015

Kinder schützen

Workshop des Netzwerkes „Frühe Hilfen“ zeigte Handlungsschritte auf

Die Bewertung von Risikofaktoren in Familien führte beim Workshop des Netzwerks „Frühe Hilfen“ zu intensiven Diskussionen.

Das Jahr 2015 steht bei der KoKi - Koordinierungsstelle Frühe Hilfen - ganz unter dem Zeichen des Kindesschutzes.

Dazu fand im Juni ein Workshop "Kindeswohlgefährdung - Risikofaktoren und Handlungsschritte" statt, an dem Berufsgruppen teilnahmen, die in ihrem beruflichen Alltag Kontakt mit jungen Familien mit Baby und/oder Kleinkindern haben. Manuela Stern und Sylvia Fichtelmann der KoKi leiteten zusammen mit Jugendamtsleiter Roland Schmidt den nachmittäglichen Workshop.

Einschätzen von Risikofaktoren

"Man sieht und hört einiges und bekommt vieles bei einem Hausbesuch mit", berichtet eine Teilnehmerin, "doch manchmal kann es schwierig werden, das Wahrgenommene einzuordnen und zu bewerten. Was ist noch okay, oder ab wann müssen weitere Schritte eingeleitet werden? An wen kann ich mich wenden und was passiert dann?" All diese Fragen zum Kinderschutz und vor allem auch die Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben können, wurden an diesem Nachmittag berufsgruppenübergreifend diskutiert. Hebammen, ein Kinderarzt, Außendienstmitarbeiter des Jobcenters, Mitarbeiterinnen der Frühförderstelle, des Allgemeinen Sozialdienstes und der Polizei, aber auch die ambulanten Fachkräfte der KoKi sammelten zunächst gemeinsam Risikofaktoren, auf die sie in Familien treffen könnten. Darauf aufbauend wurden diese Faktoren in Arbeitsgruppen gemeinsam bewertet und eingeordnet. Dies führte zu intensiven und interessanten Gesprächen über alle Arbeitsfelder hinweg. Wie schwierig einzelne Risikofaktoren oder Gefährdungsindikatoren zu bewerten sind, wurde allen Teilnehmern durch die intensive Diskussion bewusst.

Beraten und unterstützen

Roland Schmidt informierte die Teilnehmer über die zu treffenden Handlungsschritte bei Verdacht einer Kindeswohlgefährdung, die im Gesetz geregelt sind. In erster Linie sollen Eltern bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung beraten und unterstützt werden. Vorrangiges Ziel ist, Eltern in die Lage zu versetzen, ihre Kinder selbst gut zu versorgen und zu erziehen. Erst wenn dies nicht gelingt, wird das Jugendamt informiert.

Manuela Stern und Sylvia Fichtelmann bedankten sich bei den Teilnehmenden für deren Einsatz und Engagement. Die KoKi beschäftigt sich mit dem Thema auch beim kommenden Netzwerktreffen am 21. Oktober 2015 im Landratsamt. Dann wird das Arbeitsfeld des Allgemeinen Sozialdienstes und das Vorgehen des Jugendamts vorgestellt.

Kontakt: Landratsamt Neustadt Aisch-Bad Windsheim, KoKi - Koordinierungsstelle "Frühe Hilfen", Konrad-Adenauer-Straße 1, 91413 Neustadt a.d.Aisch, Manuela Stern und Sylvia Fichtelmann, Tel.: 09161 92-282, E-Mail: koki@kreis-nea.de