Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Pressearchiv 2015

Zwei Notunterkünfte für Asylbewerber im Landkreis - erstmals Notunterkunft für unbegleitete Minderjährige

Im Rahmen des Notfallplanes der Bayerischen Staatsregierung wurde gestern Nachmittag Landrat Helmut Weiß vom Regierungspräsidenten Dr. Thomas Bauer fernmündlich darüber informiert, dass der Landkreis eine Notunterkunft für Flüchtlinge einzurichten hat.

Das ehemalige Berufsschulzentrum Uffenheim.

Für die ankommenden Asylbewerber ist eine Notunterkunft für die vorübergehende Unterbringung von bis zu 100 Personen samt Verpflegung, Kleiderkammer und soziale und medizinische Betreuung zur Verfügung zu stellen.

Die Notunterkunft soll in einer Woche, ab dem 10. Juli 2015 der Regierung von Mittelfranken zur Verfügung stehen. Als Notunterkunft hat sich Landrat Weiß für das ehemalige Berufsschulzentrum, einer Außenstelle des BSZ Scheinfeld, in Uffenheim entschieden, das zuletzt von einem örtlichen Kindergarten als Ausweichgebäude befristet genutzt wurde. Das zweigeschossige Schulgebäude am südwestlichen Stadtrand von Uffenheim ist mit mehreren Klassen- und Nebenräumen und einer Aula ausgestattet. Der Landkreis muss auf dem Schulgelände zusätzlich weitere sanitäre Anlagen in Form von Containern errichten. Der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim muss somit bereits innerhalb von wenigen Monaten erneut eine Unterbringungsmöglichkeit der Regierung von Mittelfranken zur Verfügung stellen, die für den Betrieb der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung (ZAE) in Zirndorf verantwortlich ist.

Zum 15. April diesen Jahres wurde die Notunterkunft mit zuletzt 175 Plätzen in Bad Windsheim in Absprache mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration geschlossen. Aufgrund der noch einmal extrem angestiegenen Flüchtlingszahlen in den vergangenen Wochen ist die ZAE Zirndorf mit den bestehenden Dependancen und Notunterkünften völlig überbelegt. Wieder muss ein Team von Landkreismitarbeitern unter der Leitung des Sachgebietsleiters für den Bereich Sozialwesen, Richard Klein, in kürzester Zeit eine menschenwürdige Unterkunft für die Ankömmlinge aus den Krisenregionen der Welt einrichten.

Innerhalb von wenigen Tagen muss mit Unterstützung des örtlichen Asylarbeitskreises, der beiden Wohlfahrtsverbände und Kirchen sowie den Hilfsorganisationen eine neue "Heimat" für die Flüchtlinge entstehen, bevor sie nach wenigen Tagen in dezentrale Unterkünfte im ganzen Bundesgebiet verteilt werden.

Infoabend zur Notunterkunft für Asylbewerber in Uffenheim

Landrat Helmut Weiß und erster Bürgermeister Wolfgang Lampe laden alle interes-sierte Bürgerinnen und Bürger zum öffentlichen Infoabend nach Uffenheim ein, am Dienstag, 07. Juli 2015, 19:30 Uhr in der Stadthalle der Stadt Uffenheim, Luitpoldstraße 5.

Sowohl das Landratsamt als auch die Stadtverwaltung möchten zeitnah über die aktuelle Asylsituation und speziell über die entstehende Notunterkunft und deren Betrieb die Bevölkerung von Uffenheim informieren.

Erstmals Notunterkunft für unbegleitete Minderjährige

Auch die Zugangszahlen von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen (uM) sind im Vergleich des letzten Jahres massiv angestiegen. Die an den Hauptzugangsrouten gelegenen Kommunen im südbayerischen Raum können die täglichen Zugänge nicht mehr bewältigen. Im Rahmen der Amtshilfe sollen in den nächsten Wochen zusätzliche Versorgungskapazitäten in allen Regierungsbezirken Bayerns geschaffen werden. Landrat Weiß hat deshalb das Kreisjugendamt unter der Leitung von Roland Schmidt beauftragt, speziell für diese Gruppe von Flüchtlingen eine eigene Unterkunft einzurichten.

Das Kreisjugendamt wird hierfür die Außenstelle des Blockschulinternats der Staatlichen Berufsschule in Neustadt a.d.Aisch nutzen. Das Internat soll während der Sommerferien vorübergehend als Notunterkunft genutzt werden und hat eine Kapazität für rund 40 Jugendliche. Bereits in der letzten Juliwoche ist geplant, die ersten unbegleiteten Minderjährigen aufzunehmen. Neben der allgemeinen Versorgung, wie sie in den Notunterkünften den Flüchtlingen gewährt werden, sind von Seiten des Kreisjugendamtes noch weitere Vorbereitungen zu treffen. So muss das Kreisjugendamt im Hinblick des Alters weitergehende Aufgaben, wie zum Beispiel Hilfebedarfsklärung, Organisation der Betreuung durch Fachkräfte, Vormundschaftsbestellung übernehmen. Nach Abschluss der Inobhutnahme sollen spätestens zum Beginn des neuen Schuljahres die Minderjährigen in Pflegefamilien, Wohngemeinschaften oder Einrichtungen der Jugendhilfe verteilt werden.