Landratsamt Neustadt a.d.Aisch

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Pressearchiv 2017

Auftakt für einzigartiges bayerisches Kulturlandschaftsprojekt

Kürzlich fand die Auftaktveranstaltung für das Projekt "Erfassung (historischer) Kulturlandschaft" auf Bayerischer Ebene statt. Daran beteiligen sich neben den beiden Lokalen Aktionsgruppen, der LAG Südlicher Steigerwald e.V. und der LAG Aischgrund e.V., zehn weitere Lokale Aktionsgruppen in Bayern. Mehrere Landkreise, wie der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, fungieren als Partner.

Aber nicht nur allein diese große Anzahl an Lokalen Aktionsgruppen macht das Projekt für Bayern einzigartig, sondern auch sein Inhalt: In Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege soll modellhaft eine Datenbank aufgebaut werden, in die fortlaufend Kulturlandschaftselemente eingetragen werden. Ziel ist eine einheitliche bayernweite Erfassung.

Treibende Kräfte für die Initiierung des Projekts waren Jutta Höfler von der LAG Südlicher Steigerwald und Dr. Thomas Gunzelmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Auf Landkreisebene wird am Dienstag, 20. Februar 2018 eine Informationsveranstaltung im Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim stattfinden, ein Workshop für Interessierte schließt sich am 3. März 2018 an.

Schon bei der Bayern-Auftaktveranstaltung wurden die unterschiedlichen Geschichtsentwicklungen der beteiligten Regionen, LAGs aus Mittelfranken, Oberfranken und der Oberpfalz deutlich und es wurde aufgezeigt, wodurch diese in der Kulturlandschaft erkennbar sind und sich aufspüren lassen.

Charakteristisch für das Taubertal sind beispielsweise die mächtigen, hangabwärts laufenden Steinriegel, die in Gegenden mit Weinbauklima typisch sind. Maßgebend für die Herausbildung eigenständiger Kulturlandschaften sind aber auch die territorialen Verhältnisse vor der Säkularisation. Während diese in der Oberpfalz, als Teil des Kurfürstentums Bayerns, einheitlich sind, war die Situation in Franken dagegen sehr zersplittert. Neben den großen evangelischen Landgebieten der Markgrafschaft Ansbach und den Reichsstädten mit großem Landgebiet wie Nürnberg und Rothenburg finden sich auch katholische Gebiete, wie die Hochstifte Bamberg und Eichstätt oder das Schwarzenberger Land um Scheinfeld. Mit geschultem Blick ist schnell erkennbar, ob man sich in einem evangelischen oder katholischen Gebiet befindet - beispielsweise am Auftreten religiöser Flurdenkmäler. Prägend für das Bamberger Land ist z.B. die noch heute verbreitete Bierkultur, was sich durch eine Vielzahl an Sommerkellern in der Region zeigt.

Im Zuge des auf drei Jahre angelegten Projekts sollen Ehrenamtliche aus den jeweiligen Heimatregionen Bayerns mitwirken und können ihr vorhandenes Wissen einbringen. Darüber hinaus werden sie in Workshops für die Kartierung der Landschaft ausgebildet, um eben diesen geschulten Blick zu entwickeln und historische Kulturlandschaftselemente sicher zu erkennen und einzuordnen.

Für das Projektmanagement konnten die LAGs Armin Röhrer gewinnen, einen Wissenschaftler, der langjährige Erfahrung in der Kartierung historischer Kulturlandschaften mitbringt sowie Klaus Stellwag als Projektassistenten. Beide haben ihren Sitz in den Räumen der LAG Südlicher Steigerwald in Scheinfeld und koordinieren von dort das Projekt.

Interessierte können sich an die Geschäftsstellen der LAG Südlicher Steigerwald und LAG Aischgrund wenden, sowie direkt an das Projektbüro Tel: 09162 5279980.

LAG Südlicher Steigerwald e.V., Hauptstraße 3, 91443 Scheinfeld, E-Mail: lag-steigerwald(at)t-online.de, Tel: 09162 923157

LAG Aischgrund e.V., Konrad-Adenauer-Str. 1, 91413 Neustadt a.d.Aisch, E-Mail: lag(at)kreis-nea.de, Tel: 09161 92 7550