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Servicekraft Wertstoffhof

Bundesweit neuer Lehrgang mit hohem Praxisbezug startet auf der EVA Dettendorf

Von links: Stellvertretender Landrat Hans Herold, Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft Peter Kreß, Werner P. Bauer von der ia GmbH aus München und Dr. Hans-Peter Obladen von der Akademie Dr. Obladen GmbH aus Berlin. Foto: Akademie Dr. Obladen GmbH

Die Schulungsteilnehmer aus Bayern und Nordrhein Westfalen auf der EVA Dettendorf. Foto: Akademie Dr. Obladen GmbH

In der Energie- und Verwertungsanlage (EVA) Dettendorf startete am Montag, 21. September 2020 ein neuer Pilot-Lehrgang. Eine Woche lang sind Servicekräfte von Wertstoffhöfen aus Bayern und Nordrhein Westfalen in Diespeck zu Gast. Sie befassen sich mit Arbeits- und Gesundheitsschutz und diskutieren, wie das Personal auch in stressigen Situationen den Überblick behält.

Mehr Verantwortung
Stellvertretender Landrat Hans Herold freute sich bei der Begrüßung, dass der neue Lehrgang hier startete: "Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, Impulse zu setzen und neue Wege zu gehen. Kein Betrieb kann ohne gut qualifiziertes Personal bestehen; dies gelte erst recht für Wertstoffhöfe. Soziale Kompetenz und Fachwissen sind gefordert." Mitorganisator Werner Bauer erläuterte, dass Wertstoffhöfe als systemrelevant gelten: "Während des Corona-Lockdowns und auch in den Wochen danach haben die Wertstoffhöfe Großartiges geleistet." Der neue Lehrgang, getragen vom Verband kommunaler Unternehmen, geht insgesamt über vier Wochen. Die nächsten Stationen sind Augsburg, Rosenheim und Starnberg. Akademieleiter Dr. Hans-Peter Obladen ergänzte, dass erst letzte Woche der Deutsche Bundestag eine Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes beschlossen hat: "Die Politik ist sich darin einig, dass Abfallvermeidung und Abfallverwertung gestärkt werden müssen. Auf die Wertstoffhöfe kommen zusätzliche Aufgaben und mehr Verantwortung zu."

Moderne Abfallwirtschaft
Als Hausherr erläuterte stellvertretender Landrat Hans Herold den Schulungsteilnehmern in groben Zügen die Historie der EVA. So hat der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim über Jahre und Jahrzehnte die ursprüngliche Kreismülldeponie zu einem modernen Abfallwirtschaftszentrum ausgebaut. Längst wird in der EVA kein Siedlungsabfall mehr deponiert; stattdessen steht die ressourcenschonende Verwertung im Mittelpunkt. Verschiedenste Anlagenteile wie eine Biomüllvergärungsanlage mit Kompostierung, eine Lagerhalle für die selbst produzierten Erdenprodukte, Deponiegasanlage, Umladestation oder das Gewerbewertstoffzentrum entstanden nach und nach. Stets war die Fortentwicklung der Abfallwirtschaft in Verbindung mit möglichst hohem Service für die Bürgerinnen und Bürger Ziel und Anspruch der politischen Führung. Im Jahre 2017 wurde das Wertstoffzentrum für Kleinanlieferer eingeweiht. Wurden vorher sämtliche Vorgänge über den Deponiebereich abgewickelt, so werden nunmehr Bürgerinnen und Bürger mit kleineren Mengen an diesen neu geschaffenen Bereich verwiesen. Neben einer Entzerrung im Deponiebereich war für die politischen Akteure vor allem die Reduzierung der Unfallgefahr das maßgebliche Argument für die Schaffung der neuen Anlage. Das Zusammentreffen von Kleinanlieferern mit Lkws und Betriebsfahrzeugen auf begrenztem Raum gehört seitdem der Vergangenheit an. Neben dem Wertstoffzentrum betreibt der Landkreis zehn weitere Wertstoffhöfe, welche zu Beginn des laufenden Jahres umstrukturiert wurden. Der Landkreis unterhält darüber hinaus vier dezentrale Kompostplätze und eine Bauschutt- und Erdaushubdeponie in der Stadt Uffenheim im Westen des Landkreises.