Pferde im Stall

Service & Themen

Aktuelle Informationen zur Blauzungenkrankheit (BT)

In den Jahren 2009 bis 2012 gab es in Deutschland bereits ein Blauzungengeschehen. Danach verschwand die BT wieder aus Deutschland. Im Herbst 2018 kehrte die BT über Frankreich und die Schweiz zurück. Jeder nachgewiesene Fall führt zu einer Restriktionszone von 150 km. 

Am 22. Februar 2019 wurde durch einen BT-Fall in Baden-Württemberg nun auch der Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim von der Restriktionszone erfasst. Aktuell ist Deutschland etwa zu einem Drittel im südwestlichen Teil als Restriktionszone ausgewiesen (s. auch Karte).

Durch die Restriktionszonen wird der Handel mit lebenden Rindern, Schafen und Ziegen, aber auch mit deren Sperma erheblich behindert. Innerhalb der Restriktionszone genügen einfache Tierhaltererklärungen. Für das Verbringen von Tieren in freie Regionen hinein, liegt die Messlatte aber deutlich höher.

Aufgrund einer neuen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) vom Mai 2019 wurden die Anforderungen nochmals erhöht. Seit 18. Mai 2019 dürfen keine empfänglichen Tiere mehr ohne Impfung in freie Regionen verbracht werden. Nachdem nunmehr auch die Ansteckung der Kälber im Muttertier nachgewiesen wurde (intrauterine Infektion), wird eine zusätzliche Blutuntersuchung bei Kälbern gefordert, wenn die BT-Impfung der Mutter erst nach der Belegung stattgefunden hat. Lediglich bei Kälbern, die erst nach der Grundimmunisierung des Muttertieres gezeugt wurden, genügt der Impfnachweis.

Das Regelwerk ist derart kompliziert, dass eine allumfängliche Beschreibung aller Fallkonstellationen den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde. Konkret gibt das zuständige Veterinäramt Auskünfte für den Einzel- und Sonderfall.

Immer wieder wird die Frage an das Veterinäramt herangetragen, warum es denn keine weiteren aktuellen BT-Fälle östlich der bisherigen bekannten Fälle gäbe, wo doch die Überträgerinsekten (Gnitzen) offensichtlich unterwegs sind. Diese Fälle werden wie auch im ersten Seuchenzug 2009 bis 2012 vermutlich im Spätherbst nachgewiesen werden. Dann ist mit der Ausweitung der Restriktionszonen zu rechnen.

Inzwischen stehen genügend Impfstoffe zur Verfügung, um die Bestände vor der Infektion zu schützen und Erleichterungen beim Tierhandel zu erlangen. Seit kurzer Zeit ist auch der Kombi-Impfstoff gegen das aktuelle BTV-8 Virus und gegen die noch nicht in Deutschland festgestellt BTV-4 Variante im Handel. Fachleute empfehlen den Einsatz des Kombi-Impfstoffes.

Bisweilen werden Stimmen laut, die behaupten, dass der Impfstoff zu Fruchtbarkeitsproblemen und Leistungseinbußen führen würde. Alle bisherigen wissenschaftlichen Stellungnahmen widersprechen diesen Behauptungen.

Aus heutiger Sicht wird es in Bayern bei der freiwilligen Impfung bleiben. Schäden werden damit aber nicht von der Bayerischen Tierseuchenkasse erstattet.

Weitere Informationen gibt es beim Veterinäramt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim unter der Rufnummer 09161 92-3503.