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Aktuelle Maßnahmen im Landkreis

"Quarantäne" einfach erklärt - Maßnahmen und Regelungen

Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu bremsen, ist es unter anderem wichtig, dass sich infizierte Personen, aber auch deren Kontaktpersonen für einen bestimmten Zeitraum isolieren. Doch was heißt nun Isolierung, was heißt Quarantäne? Wen betrifft die Quarantäne und wer muss welche Anweisungen befolgen? Im Folgenden werden wichtige Begriffe und Regelungen dazu erklärt:

Isolierung: Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei einer positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Person. Die Isolierung kann je nach Gesundheitszustand der Person häuslich oder stationär erfolgen. Die Dauer der Isolierung wird vom Gesundheitsamt festgelegt je nach Verlauf der Krankheit. Bei allen Verläufen beträgt sie mindestens vierzehn Tage, bei symptomatischen Verläufen kann sie durchaus auch länger dauern. Zudem ist zur Beendigung der Isolation ein negativer Corona-Test (PoC-Antigen oder PCR-Test) notwendig.

Quarantäne: Eine Quarantäne ist die Pflicht zur zeitlich befristeten Absonderung und betrifft folgende Personengruppen:

Enge Kontaktpersonen
Enge Kontaktperson ist, wer engen Kontakt zu einer Person mit einer laborbestätigten COVID-19-Diagnose (durch PCR-Test oder PoC-Antigentest) hatte. Die Dauer der Quarantäne beträgt in diesem Fall 14 Tage. Zudem ist zur Beendigung der Quarantäne ein negativer Corona-Test (PoC-Antigen oder PCR-Test) notwendig.

Eine Kontaktperson wird als enge Kontaktperson eingestuft, wenn mindestens eine der folgenden Situationen gegeben ist:

a) Enger Kontakt (< 1,5 m, Nahfeld) länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz.

b) Gespräch mit Indexperson (Kontakt < 1,5 m, unabhängig von dessen Dauer) ohne adäquaten Schutz.

c) Gleichzeitiger Aufenthalt von Kontaktperson und Fall (Indexperson) im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für mehr als zehn Minuten, auch wenn adäquater Schutz getragen wurde. Adäquater Schutz besteht, wenn Fall (Indexperson) und Kontaktperson durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder FFP2-Maske tragen.

Die Quarantänepflicht besteht nicht für:

a) enge Kontaktpersonen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft sind (ab Tag 15 nach der abschließenden Impfung),

b) enge Kontaktpersonen, die von einer PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Infektion genesen sind und mit einer Impfstoffdosis geimpft worden sind (ab dem Tag der Impfung) und

c) enge Kontaktpersonen, die von einer PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Infektion genesen sind, wenn die zugrunde liegende Testung mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt.

Das zuständige Gesundheitsamt kann dennoch anderweitige Einzelfallentscheidungen treffen.

Personen, die aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten heimkehren.
Die Dauer der Quarantäne beträgt bei einer Rückkehr aus einem Risiko- und Hochinzidenzgebiet grundsätzlich 10, aus einem Virusvariantengebiet grundsätzlich 14 Tage.

Die häusliche Quarantäne kann vorzeitig beendet werden, wenn ein Genesenennachweis, ein Impfnachweis oder ein negativer Testnachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik unter https://www.einreiseanmeldung.de übermittelt wird. Nach Voraufenthalt in Hochrisikogebieten kann eine Testung frühestens am fünften Tag nach der Einreise durchgeführt werden. Nach Aufenthalt in Virusvariantengebieten dauert die Quarantäne 14 Tage, eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nicht möglich. Sollten Sie bereits vollständigen Impfschutz haben, muss erst mit der Kreisverwaltungsbehörde geklärt werden, ob das Ihnen verabreichte Vakzin einen ausreichenden Schutz gegen die im Aufenthaltsgebiet herrschende Virusvariante bietet. Hierfür maßgeblich ist die Einschätzung es RKI. Es wird darauf hingewiesen, dass aktuell keine Feststellung gemäß §4 Absatz 2 Satz 5 Corona-Einreiseverordnung durch das RKI besteht. Ein Genesenennachweis ist hier nicht ausreichend für die frühere Beendigung der Quarantäne.

Verdachtspersonen:
Dies sind Personen, bei denen z.B. ein Hausarzt aufgrund eines begründeten Verdachts, etwa aufgrund von coronatypischen Symptomen, einen Corona-Test veranlasst bzw., die einen positiven Selbsttest aufweisen und daher eine PCR-Testung angeordnet wurde. Sie stehen bis zum Erhalt eines (negativen) Testergebnisses, maximal fünf Tage, unter Quarantäne.

Für all diese Fälle der Absonderung (Isolierung/Quarantäne) hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege eine Allgemeinverfügung mit den aufgezeigten Absonderungsregeln erlassen. Das Landratsamt ist hieran gebunden und ist mit seiner Abteilung Gesundheitsamt insbesondere für die fachliche Bewertung zuständig, welcher Kategorie eine Person unterfällt. Sollte das Ergebnis eine Verpflichtung zur Quarantäne sein, so wird die betroffene Person hierüber informiert. Das Gesundheitsamt wählt bei einer Vielzahl an Kontaktpersonen hierfür den Weg, der eine schnellstmögliche Absonderung am sichersten erwarten lässt. Dies kann sowohl eine schriftliche oder elektronische Mitteilung als auch ein Anruf sein.

Regelungen während der Isolierung/Quarantäne:
Die verordnete Absonderung soll dazu dienen, dass die Krankheit nicht weiterverbreitet wird (Unterbrechung der Infektionskette). Um dies zu erreichen, sind folgende Maßnahmen zu treffen:

Die Wohnung bzw. das Haus dürfen nicht verlassen werden. Ausnahme: betroffene Personen dürfen sich alleine auf einem direkt an die Wohnung angrenzenden Garten, einer Terrasse oder auf dem Balkon aufhalten.

Die Anzahl der Kontakte zu anderen Personen muss minimiert werden. Dazu gehören auch die Mitbewohner: Gemeinsames Essen oder andere gemeinsame Aktivitäten müssen soweit wie möglich eingeschränkt werden. Besuch von Personen eines anderen Hausstands zu bekommen, ist nicht erlaubt.

Die betroffenen Personen müssen in eigenen Räumlichkeiten untergebracht sein, die gut belüftbar sind. Räume, die gemeinschaftlich genutzt werden, da z.B. nur ein Bad vorhanden ist, müssen nach der Nutzung mit haushaltsüblichen Putzmitteln gut gereinigt werden.

Lässt sich ein Kontakt nicht vermeiden, ist es wichtig, immer die AHAL-Regeln einzuhalten (Abstand, Hygiene, im Alltag Masken tragen, Lüften).

Wäsche separat sammeln und bei 60°Celsius mit handelsüblichen Waschmitteln waschen.

Abfälle getrennt, in stabile Müllbeutel verpackt, über die schwarze Tonne entsorgen (dies gilt auch für Wertstoffe, die normalerweise in den Gelben Sack gehören und Biomüll). Die Abfallsäcke sind gut zu verschließen. Glas- und Elektroabfälle, Batterien etc. nicht in den Hausmüll geben, sondern nach der Gesundung und Aufhebung der Quarantäne wie gewohnt getrennt entsorgen.

Für enge Kontaktpersonen gilt: Der Gesundheitszustand muss beobachtet werden, so ist täglich zwei Mal Fiebermessen und das Führen eines Tagebuches zum körperlichen Befinden, aber auch zu Aktivitäten und Kontakten notwendig (Vorlage unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Tagebuch_Kontaktpersonen.html). Bei auftretenden Krankheitszeichen wie Husten, Fieber oder Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns oder Verschlechterung des Allgemeinzustands, ist umgehend das Gesundheitsamt zu informieren.

Weitere Kontaktpersonen: Personen, die in den letzten zwei Wochen zwar Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten, aber keinen engen Kontakt im Sinne einer engen Kontaktperson, müssen nicht in Quarantäne. Dies gilt auch für Personen, die Kontakt mit einer engen Kontaktperson hatten (also zum Beispiel die Eltern von Kindern, die aufgrund eines Covid-19-Falls in ihrer Klasse als enge Kontaktperson eingestuft wurden). Hier gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zu Quarantänemaßnahmen, es kann von amtlicher Seite bei diesen Personen keine Quarantäne angeordnet werden.

Mehr Informationen rund um Corona im Landkreis:
www.kreis-nea.de/qr/coronavirus