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Infektionsschutz - Informationen

Informationen zu Krankheitsüberträgern im Alltag

Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopticus) ist eine Stechmückenart, die urspünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Asiens stammt. Aufgrund ansteigender Temperaturen im Zuge des Klimawandels verbreitet sich die Tigermücke zunehmend auch in Bayern. 2025 wurden Populationen in Nürnberg, dem Landkreis Forchheim und Landkreis Wunsiedel sowie die schon länger bekannten Populationen in Fürth, München und Würzburg festgestellt (Verbreitungskarte Bayern). Eine weitere Ausbreitung wird als sehr wahrscheinlich angesehen. Insbesondere die Eier der Mücke können den bayerischen Winter mittlerweile gut überdauern, wodurch sich trotz Absterben der ausgewachsenen Mücken dauerhafte Populationen bilden können.

Erkennbar ist die Tigermücke u.a. an ihrer ausgeprägt schwarzen Farbe und weißen Streifen. Die Tigermücke ist ein bekannter Überträger verschiedener viraler Infektionserkrankungen. Dazu zählen das Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Virus. Jedoch gibt es keinen bekannten Fall einer durch Tigermücken in Deutschland übertragenen Virusinfektion. Diese Erkrankungen werden durch die Tigermücke v.a. in tropischen Ländern übertragen, in denen sie allgemein verbreitet sind und somit eine Virusquelle für die Infektion der Mücke besteht. In Bayern bekannte Fälle dieser Erkrankungen sind i.d.R. Reiseerkrankungen.

Zur Verhinderung der Verbreitung wird empfohlen, die Brutstätten der Tigermücke einzuschränken. Typische Brutstätten sind stehende Wasseransammlungen z.B. in Vogeltränken, gefüllten Gießkannen, Regentonnen oder Blumenkübeln. Eher kein Risiko stellen Fließgewässer oder belebte Teiche (mit Fischen, Fröschen, etc.) dar.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führt seit 2024 das Bayerische Stechmückenmonitoring durch. Sollten Sie den Verdacht haben, eine Tigermücke gefunden zu haben, können Sie diese zur weiteren Analyse zusammen mit einem ausgefüllten Einsendeformular an das LGL verschicken (Einsendeformular: Verdacht auf Asiatische Tigermücke). Für eine Anleitung zur Verschickung stehen Informationen auf der Webseite des LGL zur Verfügung.

 

Quellen und weiterführende Links:

  • Bayerisches Stechmücken-Monitoring
  • Asiatische Tigermücke siedelt sich zunehmend in Bayern an – News – Deutsches Ärzteblatt
  • RKI - Mückenübertragene Erkrankungen
  • Einsendeformular: Verdacht auf Asiatische Tigermücke
  • LGL-Flyer: Asiatische Tigermücke
  • LGL-Flyer: Brutstätten Asiatische Tigermücke

Erkrankungen durch Zecken

Zecken sind auf der ganzen Welt verbreitet. Es gibt über 900 Zeckenarten, die sich in ihren Verbreitungsgebieten, ihren Wirtstieren und den von ihnen übertragenen Erkrankungen unterscheiden. 

In Deutschland ist die häufigste Zeckenart der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Zecken können weder springen, noch sich aus größerer Höhe fallenlassen. Um auf den Menschen zu gelangen, muss die Zecke von ihrem Aufenthaltsort abgestreift werden. Die Wahrscheinlichkeit, von einer Zecke gestochen zu werden, steigt deshalb bei häufigen Aufenthalten in Gebüschen und hohem Gras. 

Die relevantesten Erkrankungen, die durch Ixodes ricinus übertragen werden können, sind FSME und Borreliose. 

 

FSME:

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virale Erkrankung. Häufig verläuft eine Infektion mit dem Virus ohne Krankheitszeichen, bei schweren Verläufen kann aber eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder Gehirnentzündung (Enzephalitis) auftreten. In der Regel beginnt der Krankheitsverlauf mit Fieber und grippeähnlichen Symptomen gefolgt von einem fieberfreien Intervall. Danach kommt es bei schweren Verläufen zu einem erneuten hohen Fieber mit Beteiligung des zentralen Nervensystems. In schweren Fällen kann es zu bleibenden neurologischen Schäden oder sogar zu einem tödlichen Verlauf kommen. Nicht jede infizierte Zecke löst eine Erkrankung aus und nicht jede Erkrankung führt zur schwersten Ausprägung einer FSME. Jedoch existieren zum aktuellen Zeitpunkt keine spezifischen Therapien. Möglichkeiten zur Prävention sind ein allgemeiner Schutz vor Zecken sowie der FSME-Impfstoff („Zeckenimpfung“).

 

Borreliose:

Neben der FSME wird in Deutschland von Zecken auch der Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose übertragen. Die Erkrankung ist benannt nach dem auslösenden Bakterium Borrelia burgdorferi und den Orten der Erstbeschreibung Lyme und Old Lyme. Die Lyme-Borreliose kann sich in sehr unterschiedlichen Formen präsentieren. Am bekanntesten ist die „Wanderröte“ (Erythema migrans), bei welcher sich ein rötlicher Ring um die Einstichstelle ausbreitet. Ohne adäquate Behandlung kann es nach Wochen bis Jahren unter anderem zu Nervenerkrankungen, Lähmungen (z.B. Fazialisparese), Hautveränderungen und auch Gelenkentzündungen (Arthritis) kommen. 

Für die Borreliose gibt es keine Impfung, jedoch ist die Erkrankung prinzipiell heilbar. Je nach Manifestationsform und Verträglichkeit wird die Borreliose dabei mit unterschiedlichen Antibiotika-Regimen behandelt. Ein allgemeiner Zeckenschutz und zügiges Entfernen der Zecke (Anleitung Zeckenentfernung LGL) beugen einer Infektion vor.

In Bayern besteht eine ärztliche nichtnamentliche ärztliche Meldepflicht an das Gesundheitsamt.

 

Quellen und weiterführende Links:

  • https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Zecken/Zecken.html

  • https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/fsme/index.htm

  • https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/index.htm

Kopfläuse

Kopflausbefall

Die Kopflaus ist ein Insekt, das ausschließlich die Kopfhaut des Menschen befällt. Sie zählt zu den sogenannten Ektoparasiten, die sich nur auf der Oberfläche des Wirtes aufhalten. Bekannt ist die Kopflaus heutzutage vor allem durch Ausbrüche in Kindergärten oder Schulen.

Ein Kopfausbefall macht sich i.d.R. durch einen starken Juckreiz an der Kopfhaut bemerkbar. Bei einer Untersuchung der Haare lassen sich neben den Läusen selbst auch ihre wenige Millimeter durchmessenden, weißlichen Eihüllen, die so genannten Nissen finden.

Behandelt wird ein Kopflausbefall durch Auskämmen der Kopfhaare mit einem speziellen Läusekamm (normale Haarkämme sind ungeeignet, da die Zinken zu weit auseinanderstehen) sowie durch Anwendung eines zugelassenen Kopflausmittels (siehe Behandlungsschema des RKI). Die Verwendung von Hausmitteln wird als nicht ausreichend wirksam angesehen. Zudem sollten Kleidungsstücke, Bettwäsche sowie Gegenstände, die in Kontakt mit dem Kopfhaar gekommen sind, bei 60°C gewaschen oder für 3 Tage bei Zimmertemperatur in luftdicht verschlossenen Plastiktüten bzw. für 1-2 Tage in der Tiefkühltruhe gelagert werden.

Wird die von einem Kopflausbefall betroffene Person in einer Gemeinschaftseinrichtung (Schule, Kindergarten, Heim, etc.) betreut, oder ist sie dort tätig, besteht die Verpflichtung zur umgehenden Informierung der Einrichtungsleitung. Diese ist muss die Meldung an das Gesundheitsamt weiterleiten. Betroffene Personen dürfen die Einrichtung nicht betreten, bis eine adäquate Behandlung erfolgt ist (s. § 34 IfSG). Das Gesundheitsamt steht der Einrichtungsleitung insbesondere beratend zur Verfügung.

 

Quellen und weiterführende Links:

  • Infektionshygienischer Leitfaden für die erlaubnispflichtige Kindertagespflege nach § 43 Abs. 1 SGB VIII in Bayern
  • RKI - RKI-Ratgeber - Kopflausbefall
  • Kopflaus | Umweltbundesamt

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