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Infektionsschutz auf Fernreisen

Bei Fernreisen ist mit einem anderen Spektrum an potenziellen Infektionserkrankungen zu rechnen als hierzulande. In tropischen Regionen kommen z.B. bestimmte mückenübertragene Erkrankungen, Durchfallerkrankungen und parasitäre Erkrankungen vor. Durch eine gute Vorbereitung kann das Infektionsrisiko während des Auslandsaufenthaltes deutlich reduziert werden.  

Relevante Infektionserkrankungen, gegen die man bei Fernreisen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollte, sind u.a. (Liste nicht vollständig): 

  • Denguefieber (virale Systemerkrankung mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl und Muskelschmerzen, übertragen z.B. durch die Tigermücke)
  • Malaria (durch die Mückenart Anopheles übertragene parasitäre Erkrankung, äußert sich v.a. durch Fieber und Schweißausbrüche)
  • Gelbfieber (virale Systemerkrankung, typisch sind eine Leberbeteiligung mit namensgebender „Gelbsucht“ und ggf. innere Blutungen, übertragen durch die Mücke Aedes aegypti)
  • Typhus (bakterielle fiebrige Systemerkrankung, im Verlauf meist „erbsbreiartige“ Stühle, übertragen durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel)
  • Cholera (bakterielle Durchfallerkrankung mit ausgeprägtem Wasserverlust und Dehydrierung, übertragen durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel)
  • Reisediarrhoe (Durchfallerkrankung, ausgelöst durch verschiedene Bakterien oder Einzeller (Amöben / Lamblien), übertragen durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel)
  • Tollwut (nicht behandelbare neurologische Viruserkrankung, übertragen durch Tierbisse)
  • Hepatitis A (virale Erkrankung, die häufig zur Leberentzündung führt, übertragen v.a. über kontaminiertes Wasser / Lebensmittel)
  • HIV, Hepatitis B/C, weitere sexuell übertragbare Erkrankungen (Die Inzidenzen verschiedener u.a. sexuell oder über infiziertes Blut übertragbarer Erkrankungen sind in manchen Weltregionen deutlich erhöht.) 

Vor der Reise 

Bevor die Reise angetreten wird, empfiehlt es sich, Informationen über die im Reiseland vorkommenden Infektionsgefahren einzuholen und rechtzeitig mit den Vorsorgemaßnahmen zu beginnen. Bei Reiseimpfungen sind ggf. Impfabstände einzuhalten, die sich über mehrere Wochen ziehen können. Wichtige Aspekte der Vorbereitung sind: 

  • Reiseimpfungen (STIKO-Standardimpfungen, erweitert je nach besuchter Region), häufig werden Reiseimpfungen z.B. gegen Hepatitis A, Tollwut, Gelbfieber, Typhus oder Cholera verabreicht. Auch gegen Dengue und Chikungunya kann geimpft werden.
  • Insektenschutz (geeignete Repellents, lange Kleidung, Insektennetze)
  • Reiseapotheke (u.a. Desinfektionsmittel, ggf. Malariaprophylaxe nach ärztlicher Absprache, Schmerzmittel und Fiebersenker, Antidiarrhoika,…) 

Während der Reise 

Auch während der Reise kann das Infektionsrisiko durch angemessenes Verhalten minimiert werden. 

  • Für den Konsum von Lebensmitteln in den Tropen gilt die Regel: „Cook it, boil it, peel it or forget it!“ – also Erhitzen, Kochen oder Schälen, um eine Kontamination mit Krankheitserregern zu vermeiden. Sonst wird vom Verzehr abgeraten.
  • Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten, sollte man viel trinken. Trinkwasser zweifelhafter Herkunft sollte fünf Minuten lang sprudelnd abgekocht oder mit geeigneten Mitteln desinfiziert oder gefiltert werden. Bei abgepacktem Wasser ist es ratsam, darauf zu achten, dass die Verschlüsse der Verpackungseinheit unversehrt sind. Eiswürfel im Getränk sollten vermieden werden.
  • Mit der konsequenten Anwendung von Insektenschutz, z.B. durch Repellents, Tragen von langer Kleidung und dem Anbringen von Insektennetzen vor dem Schlafengehen können Insektenstiche vermieden werden. Dennoch kann es auch trotz Präventionsmaßnahmen zu Stichen kommen. Bei Fieber oder Schüttelfrost während des Aufenthaltes in einem Malaria-Endemiegebiet kann die Einnahme einer Malaria-Stand-by-Therapie sinnvoll sein. Teilweise wird auch die Einnahme einer Prophylaxe empfohlen, bevor es überhaupt zu einer Infektion kommt. Hierzu sollte im Vorfeld immer eine ärztliche Beratung erfolgen.
  • Zu Straßentieren wie Katzen und Hunden sollte möglichst Abstand gehalten werden. Nicht nur die Tollwut, welche nach Ausbruch der Erkrankung nicht mehr behandelbar ist, sondern auch weitere bakterielle und parasitäre Erkrankungen können durch Bisse bzw. Fäkalien übertragen werden. Insgesamt sollte zudem auf eine adäquate Händehygiene und regelmäßiges Händewaschen geachtet werden.
  • Von ungeschützten sexuellen Kontakten während Auslandsreisen wird abgeraten. 

Weitere gesundheitliche Aspekte 

Neben dem Schutz vor Infektionserkrankungen sollten auch andere gesundheitliche Risiken bedacht werden. 

  • Bei längeren Flügen und erhöhtem Thromboserisiko können nach ärztlicher Absprache ggf. eine Thromboseprophylaxe und Kompressionsstrümpfe angesetzt werden.
  • Auf einen ausreichenden Sonnenschutz durch lange Textilien, Sonnenhut und Sonnencremes sollte geachtet werden.
  • Wenn verschreibungspflichtige Betäubungsmittel (z.B. im Rahmen einer ADHS- oder Schmerztherapie) ins Ausland mitgeführt werden, muss hierfür eine amtliche Bescheinigung vorliegen. Diese muss den örtlichen Behörten bei Bedarf vorgezeigt werden können. Die Bescheinigungen können im Gesundheitsamt Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim beantragt werden (BTM-Bescheinigung Neustadt a.d. Aisch, Link siehe unten).  

Weitere gesundheitliche Aspekte bzgl. spezifischer Reiseziele können z.B. den Webseiten des Auswärtigen Amtes und des Robert Koch-Instituts entnommen werden.





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