Netzwerk für das Management von multiresistenten Erregern (MRE)
Aktuelles
Das nächste MRE-Netzwerktreffen findet am 6. Mai 2026 im Gesundheitsamt Neustadt a.d. Aisch statt. Das Treffen richtet sich in erster Linie an die von der Bayerischen Medizinhygieneverordnung (MedHygV) geregelten Einrichtungen.
Über diesen Link können Sie sich anmelden.
Zielsetzung
Ziel des MRE-Netzwerks Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ist das einrichtungsübergreifende Management von multiresistenten Erregern (MRE), Verknüpfung der einzelnen Akteure und gemeinsames Erarbeiten standardisierter Maßnahmen im Umgang mit MRE.
Zudem dient das Netzwerk dem fachlichen Informationsaustausch sowie der Weitergabe relevanter Informationen an Angehörige und Patienten.
Multiresistente Erreger
Multiresistente Erreger (MRE) sind u. a. Bakterien, die mehrere Resistenzen gegenüber verschiedenen Antibiotika aufweisen und daher die Therapie von Patienten erschweren. Bekannte Vertreter sind der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien (MRGN) und Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE).
Wichtige MRE
Staphylokokken sind Bakterien, die den Mund-Rachen-Raum des Menschen auf natürliche Weise besiedeln. Unter dem Mikroskop erkennt man Staphylokokken an ihrer runden Form. Sie kommen in Paaren, als kurze Ketten oder auch in unregelmäßigen Anhäufungen vor. Bei etwa 80 % der Staphylokokkenisolate treten Antibiotikaresistenzen auf. Der bekannteste resistente Stamm ist der methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA), der eine Mehrfachresistenz gegenüber verschiedenen Antibiotikagruppen aufweist.
Auch MRSA können die Haut und Schleimhäute des Menschen besiedeln. Besonders Patienten in Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeeinrichtungen können Träger sein. Für gesunde Personen stellt eine Besiedelung in der Regel kein Risiko dar. Immungeschwächte Patienten sind hingegen besonders anfällig für eine Infektion. Die Übertragung der Erreger erfolgt über Hautkontakt, meist über die Hände.
Auf der Haut, den Schleimhäuten und im Darm des Menschen befindet sich eine Vielzahl verschiedener Bakterien, die wichtige Funktionen im Körper erfüllen. Zu diesem Mikrobiom gehören beispielsweise Enterobakterien wie Escherichia coli, welche unter dem Mikroskop mit einer bestimmten Färbemethode als „gramnegative Stäbchen“ zu erkennen sind. Auch Umweltkeime wie Pseudomonas und Acinetobacter zählen zu dieser Bakteriengruppe. Gelangen diese Bakterien in Wunden, in die Blutbahn oder in andere Körperregionen, können sie Infektionen wie Blasen-, Lungen- und Wundentzündungen sowie im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen. Wenn diese Bakterien gegen Antibiotika resistent sind, spricht man von multiresistenten gramnegativen Stäbchen (MRGN). Dabei wird zwischen 3MRGN und 4MRGN unterschieden, wobei die Zahl die Anzahl der Antibiotikagruppen angibt, gegen die die Bakterien resistent sind.
MRGN werden hauptsächlich über die Hände als Kontakt- bzw. Schmierinfektion übertragen, eine Weiterverbreitung ist aber auch über kontaminierte Gegenstände möglich.
Enterokokken sind ebenfalls Bestandteil der Darmflora, können jedoch - wie die anderen oben genannten Bakterien - bei Ausbreitung in andere Körperregionen Infektionen verursachen. Häufig weisen Enterokokken verschiedene Antibiotikaresistenzen auf. Haben diese Bakterien eine Resistenz gegenüber dem Reserveantibiotikum Vancomycin entwickelt, spricht man von Vancomycin-resistenten Enterokokken, kurz VRE. Meist bestehen bei VRE zusätzlich mehrere Resistenzen gegen weiteren Antibiotikagruppen, sodass nur noch wenige Reserveantibiotika wirksam sind.
Die Abkürzung LRE wird für Enterokokken verwendet, die gegen das Antibiotikum Linezolid resistent sind. Liegt zusätzlich eine Vancomycinresistenz vor, wird die Abkürzung LVRE verwendet.
Die Übertragung von VRE erfolgt hauptsächlich über die Hände, meist als fäkal-orale Schmierinfektion, aber auch über kontaminierte Gegenstände. Eine Besiedelung mit VRE bei ist für gesunde Personen unbedenklich, während immungeschwächte Patienten ein erhöhtes Risiko haben. Zur Vermeidung einer Übertragung sollte daher auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet werden.
Weiterführende Informationen
Links
- Infektionsschutz - Hygienetipps
- Robert Koch Institut - Info zu Infektionskrankheiten
- Robert Koch Institut - Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO)
- Robert Koch Institut - Empfehlungen für antibiotikaresistene Erreger
- Robert Koch Institut - Anlaufstellen & Referenzlabore
- LGL - Landesarbeitsgemeinschaft resistente Erreger (LARE)

Kontakt
Jennifer Patitz
E-Mail: Gesundheitsamt@kreis-nea.de
Telefon: 09161925305