Was ist im Landkreis los?
Landrat Dr. Christian von Dobschütz berichtet
Die Kolumne “Aus Amt & Kreis” erscheint schriftlich alle zwei Wochen in jedem Landkreisjournal bzw. können Sie diese auch hier lesen (siehe unten). Zudem gibt es zu wichtigen Themen auch regelmäßig eine Videobotschaft auf Youtube unter https://www.youtube.com/playlist?list=PL06M6tvxBuJmL6zrEOQS6BYBCWO2WrvVV (externer Link).
Viel Spaß beim Lesen und Ansehen!
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Aus Amt & Kreis
Liebe Leserinnen und Leser,
Deckel auf, Müll hinein, Deckel zu. Und nach der nächsten Müllabfuhr ist wieder Platz in der schwarzen Tonne. Aber wo bleibt eigentlich das, was wir wegwerfen? Nachdem wir Ihnen unlängst den Weg des Wassers bis in unsere Wasserhähne gezeigt haben, folgen wir diesmal dem Restmüll. Schließlich wollen wir, dass Sie mit unserem Magazin „durchblicken“ – auch bei Dingen, die im Alltag ganz selbstverständlich funktionieren. Die Spur führt dabei bis ins Müllheizkraftwerk nach Würzburg. Und das auch weiterhin, denn wir haben uns nach längeren Verhandlungen auch wieder mit den Würzburgern in Sachen Anlieferung auf Laufzeit und Preis geeinigt. Die Entsorgung unserer Abfälle ist also auch in Zukunft sichergestellt.
Brand in Deponie
Wie wichtig der richtige Umgang mit Abfällen ist, hat uns im Übrigen der 8. August, auf drastische Weise, gezeigt. An diesem Tag brannte erneut (letztmals in diesem Umfang im Jahr 2015) eine offene Halle unserer Energie- und Verwertungsanlage in Dettendorf, in der Abfälle zwischengelagert und für den Weitertransport vorbereitet werden. Die Rauchwolke war weithin sichtbar, zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz. Allen beteiligten Einsatzkräften danke ich von Herzen. Besonders danke ich dabei der Dettendorfer Feuerwehr: Mitten in der eigenen Kerwa, während des Fichtenaufstellens, kam die Alarmierung. Die Kameraden mussten alles stehen und liegen lassen. Das geplante gemeinsame Feiern wich einem anstrengenden Einsatz. Diese Bereitschaft, jederzeit für andere da zu sein, verdient wirklich große Anerkennung. Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, um solche Brände künftig möglichst zu verhindern. Zur Ehrlichkeit gehört aber auch: Vollständig ausschließen lassen sie sich wohl kaum. Viel hängt davon ab, was in unseren Mülltonnen landet. Ein beschädigter Akku kann sich entzünden und einen ganzen Müllberg in Brand setzen. Die Ursache des jüngsten Brandes steht gleichwohl noch nicht fest. Das grundsätzliche Risiko ist jedoch bekannt. Deshalb meine ausdrückliche Bitte: Batterien, Akkus und Elektrogeräte gehören niemals in den Restmüll. Nutzen Sie bitte die vorgesehenen Sammelstellen. Damit schützen Sie auch die Menschen, die unsere Abfälle entsorgen und im Ernstfall das Feuer bekämpfen.
Runder Tisch zum „Schanzenfest"
Besagter 8. August hat uns zudem in Emskirchen und Altschauerberg stark gefordert. Rund 3.500 Menschen kamen zum sogenannten „Schanzenfest“. Es gab Angriffe auf Einsatzkräfte, selbst Polizeipferde wurden mit Böllern beworfen. Ich war vor Ort. Die aggressive Stimmung hat mich tief erschüttert. Wer dort lebt, muss solche Tage im eigenen Heimatort aushalten. Das dürfen wir nicht als jährlich wiederkehrenden Ausnahmezustand hinnehmen. Der Schutz der Anwohner muss im Mittelpunkt stehen. Deshalb habe ich zu einem runden Tisch eingeladen, der in Kürze stattfinden wird. Das Innenministerium, die Regierung von Mittelfranken, die Polizei, der Markt Emskirchen und wir als Landkreis werden gemeinsam die Ereignisse aufarbeiten. Wir wollen konkret klären, wie wir die Menschen in Emskirchen und besonders in Altschauerberg besser schützen und eine Wiederholung im kommenden Jahr verhindern können. Auch unseren Polizeikräften gilt mein ausdrücklicher Dank. Sie haben unter schwierigen Bedingungen für die Sicherheit anderer gearbeitet.
Zum Schluss möchte ich den Blick auf die berufliche Zukunft unserer jungen Menschen richten. Dazu ein kleiner Veranstaltungshinweis: am 10. Oktober findet die Ausbildungsbörse in der Markgrafenhalle und in der Berufsschule Neustadt statt. Herzliche Einladung dazu an alle Jugendlichne samt Eltern!
Ich wünsche Ihnen, hoffentlich von den Sommerferien gut erholt, eine interessante Lektüre und viele neue Einblicke.
Ihr
Dr. Christian von Dobschütz, Landrat