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Große Pflanzaktion
Um Punkt 09:00 Uhr trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei feuchtem, leicht nebeligem Wetter – bestens verpackt in Winterjacken, Mützen und guter Laune. Bewaffnet mit Spaten, warmen Getränken und der festen Überzeugung, dass sich Arbeit gemeinsam leichter erledigen lässt, ging es mit Traktoren hinaus zu den Pflanzflächen. Und tatsächlich: Kaum war der erste Spatenstich getan, zeigte sich, dass ein Pflanzloch mit vielen helfenden Händen erstaunlich schnell wächst – und ein Baum ebenso zügig seinen Platz findet. Die Kälte hatte dabei keine Chance gegen Einsatzfreude und Gemeinschaftsgeist.
In den drei Ortsteilen Weigenheim, Geckenheim und Reusch der Gemeinde Weigenheim wurden am Samstag, 13. Dezember 2025, insgesamt 48 Bäume gepflanzt – und ebenso viele engagierte Helferinnen und Helfer packten mit an. Bürgermeister Rainer Mayer zog ein durchweg positives Fazit: „Die Pflanzaktion ist klasse – und sie steht und fällt mit den Aktiven vor Ort. Der Obst- und Gartenbauverein Reusch, Richard Ittner und Jochen Rückert machen das Ganze zu einem Selbstläufer. Solche gemeinsamen Aktionen machen einfach Spaß.“
Weigenheim – wo Bäume Halsketten tragen
In Weigenheim wurde der bestehende Streuobstsortenweg erweitert. Für die Sortenbeschilderung hatte Markus Stern eine ebenso originelle wie langlebige Idee: Aus alten Blechschildern stanzt er die Sortennamen und befestigt sie an schweren Metallketten. Diese auffälligen „Halsketten“ zieren bereits zahlreiche Bäume, die zuvor von Streuobstexperte Richard Ittner pomologisch bestimmt wurden.
In die noch bestehenden Lücken des Sortenwegs pflanzten die Helfer 17 neue Hochstämme. „Das ist eine echte 5-Sterne-Pflanzaktion“, witzelten die fünf beteiligten Männer mit dem Nachnamen Stern. Mit dem geballten Streuobstwissen, das hier eingebracht und weitergegeben wurde, stehen die Chancen gut, dass die jungen Bäume – darunter auch eine Rote Sternrenette – kräftig anwachsen und gesunde Früchte tragen.
Besonders wichtig war Richard Ittner die Vielfalt: Gepflanzt wurde ein bunter Schatz alter, teils seltener Sorten aus verschiedenen Regionen. Dank der engagierten Bewahrer in der Gemeinde dürfen sich diese Bäume auf eine lange Zukunft freuen – und hoffentlich auch in hundert Jahren noch reichlich tragen.
Neue Streuobstwiese in Reusch
In Reusch entstand im Rahmen der Aktion eine neue Streuobstwiese. Unter der Leitung der OGV-Vorsitzenden Hannah Schmidt packten die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins tatkräftig mit an. Fachlich begleitet wurden sie von Markus May, Vorstand der Triesdorfer Baumwarte. Damit die jungen Bäume von Anfang an gut in Form kommen, planen er und die Streuobstmanagerin Antonia Zink im zeitigen Frühjahr einen Pflanzschnittkurs, an dem alle Interessierten teilnehmen können.
Gepflanzt wurde eine breite Palette an Obstarten: Zwetschge, Kirsche und Walnuss fanden ebenso ihren Platz wie Birnen- und Apfelbäume. Im Fokus standen dabei bewusst alte Sorten, die als deutlich robuster gelten als viele moderne Züchtungen aus dem Supermarkt, die oft nur mit intensivem Pflanzenschutz ihre makellose Schale behalten.
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: In der neuen Dorfgemeinschaftshalle wurde fleißig gekocht, und die Reuscher Zukunftspflanzer stärkten sich mit einer herzhaften Kartoffelsuppe.
Geckenheim – Vielfalt in der Flur
In Geckenheim wurde die Pflanzaktion bei Glühwein und belegten Brötchen begleitet. Hier ging es um die Erweiterung des Streuobstbestands in der offenen Flur. Der OGV-Vorsitzende von Geckenheim und dritte Bürgermeister der Gemeinde Weigenheim, Jochen Rückert, griff selbst zum Spaten. Seine Mobilisierung der Bevölkerung über Flyer erwies sich als voller Erfolg.
Neben klassischen Obstsorten wurden auch besondere Baumarten wie Mispel und Esskastanie gepflanzt. Ziel ist es, zu erproben, wie sich diese eher untypischen Arten unter den regionalen Bedingungen entwickeln.
„Die Stimmung in allen drei Ortschaften war ausgezeichnet und hat maßgeblich zum Erfolg der Aktion beigetragen“, resümierte Helga Kerwagen, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim. Gemeinsam mit Bürgermeister Rainer Mayer und der Streuobstmanagerin Antonia Zink des Projekts „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion“ verschafften sie sich vor Ort einen Eindruck von den parallel laufenden Pflanzaktionen.
Organisiert wurde die Aktion vom Landschaftspflegeverband Neustadt a.d. Aisch–Bad Windsheim im Rahmen des Bayerischen Streuobstpakts und mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.
Weitere Informationen zu Veranstaltungen des Projekts „Baamaland“ finden Interessierte auf Instagram und WhatsApp:
Instagram: baamaland_frankensmehrregion
