Was ist im Landkreis los?

Landrat Dr. Christian von Dobschütz berichtet

Die Kolumne “Aus Amt & Kreis” erscheint schriftlich alle zwei Wochen in jedem Landkreisjournal bzw. können Sie diese auch hier lesen (siehe unten). Zudem gibt es zu wichtigen Themen auch regelmäßig eine Videobotschaft auf Youtube unter https://www.youtube.com/playlist?list=PL06M6tvxBuJmL6zrEOQS6BYBCWO2WrvVV (externer Link).

Viel Spaß beim Lesen und Ansehen!

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Aus Amt & Kreis

Letzte Ausgabe "Landkreisjournal", Energienutzungsplan, Weihnachtsgrüße

Liebe Leserin, lieber Leser,
Sie halten heute die letzte Ausgabe des „Landkreis-Journals“ in Ihren Händen. Noch eingeführt von Altlandrat Robert Pfeifer kam dieses 30 Jahre in ähnlicher Form zu Ihnen nach Hause. 

Letzte Ausgabe „Landkreisjournal“
Wir sagen ganz herzlich „Danke“ Herrn Unteidig, der uns über alle die Jahrzehnte begleitet hat und nun seinen wohlverdienten Ruhestand antreten wird. Ab Januar starten wir gemeinsam in eine neue Zeit: Der „Durchblick“ löst das bisherige Journal ab. Dabei ist der Name Programm. Wir wollen Ihnen künftig noch klarer und verständlicher aufzeigen, was im Landkreis gerade los ist: Vor allem in Politik und Verwaltung, mitunter aber auch gesellschaftlich, wirtschaftlich und kulturell. Der Durchblick wird nur einmal im Monat erscheinen – mit Hintergründen und Einblicken ins Landratsamt. Dazu kommt eine neue Haptik mit stärkerem Papier, ein frisches und zeitgemäßes Design und eine Struktur, die das Lesen leichter macht und Lust auf mehr weckt. Ich freue mich sehr darauf, Ihnen dieses neue Format schon bald vorstellen zu dürfen. In der dritten Januarwoche ist es soweit. Sie dürfen gespannt sein. 

Energienutzungsplan
Themensprung: Im ablaufenden Jahr haben wir einen sogenannten „Energienutzungsplan“ für unseren Landkreis erstellen lassen. Was ist das? Der Energienutzungsplan be-antwortet zentrale Fragen: Wie viel Energie verbrauchen wir heute? Wie viel erzeugen wir dabei selbst? Und wo liegen die Potenziale, um Klimaneutralität und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden? Erstellt wurde der Plan vom unabhängigen Institut für Energietechnik (IfE) aus Amberg und dient uns fortan als strategischer Fahrplan, um unseren Landkreis bis 2040 nachhaltig, versorgungssicher und wirtschaftlich ausrichten zu können. Und was besagt dieser nun? Schon der Blick auf den Ist-Zustand ist be-merkenswert: Unser Landkreis erzeugt bilanziell rund 180 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien – im Bundesdurchschnitt sind es etwa 60 Prozent. Auch beim Thema Wärme liegen wir mit 23 Prozent erneuerbaren Energien über dem deutschen Schnitt von 18 Prozent. Das zeigt, wie engagiert Bürger, Gemeinden und Betriebe hier schon heute agieren. Gleichzeitig macht der Energienutzungsplan deutlich, dass die kommenden Jahre große Veränderungen bringen. Auch in unserem Landkreis: Durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Produktionsprozesse wird der Strombedarf bis 2040 in unserem Landkreis um rund 137 Prozent steigen. Ohne weiteren Ausbau erneuerbarer Energien würden unsere heutigen Stromüberschüsse verschwinden – wir wären stärker auf Importe angewiesen als je zuvor. Das Geld würde ins Ausland abfließen, was wir freilich verhindern möchten. Denn die gute Nachricht ist: Wir verfügen über hervorragende Voraussetzungen, diesen Bedarf selbst zu decken. Ich habe an dieser Stelle bereits einige Male darüber berichtet. Vor allem durch den gezielten Ausbau von Windkraft in Bürgerhand, und mit lokalen Projektierern an unserer Seite, kann sich Frankens Mehrregion weiter als starke Energie-Region positionieren. Wichtig ist dabei ein intelligentes Gesamtsystem. Und dieses wird im Energienutzungsplan gleichfalls mit überrissen. Entscheidend werden etwa intelligente Speichertechnologien: Netzdienlich betriebene Batteriespeicher könnten 2040 den Importbedarf um ein Drittel senken und mehr als die Hälfte der Abregelungen vermeiden. Auch flexible Verbraucher – etwa gesteuertes Laden von E-Autos – helfen, das Netz zu entlasten und erneuerbare Energie dann zu nutzen, wenn sie verfügbar ist. Schließlich ist da noch der Zukunftsbaustein Wasserstoff. Wie das IfE berechnet hat, ließen sich aus den erwarteten Überschüssen jährlich 181 bis 457 GWh Wasserstoff erzeugen – das entspricht 80 bis 200 Prozent unseres heutigen Erdgasverbrauchs. Damit könnten wir Dunkelflauten überbrücken, Energie exportieren, und erhebliche Gelder in unseren Landkreis bringen. Die Herausforderungen sind dabei groß – die Chancen aber ebenso. Nutzen wir sie, entsteht daraus ein echter Standortvorteil für die Menschen und die Wirtschaft in unserem Landkreis. Das ist der Grund, weshalb wir daran arbeiten. 

Weihnachtsgrüße
Liebe Bürgerinnen und Bürger: Nun stehen die Weihnachtstage vor der Tür. Ich hoffe, Sie können diese mit etwas Ruhe begehen. Genießen Sie die Zeit mit der Familie, mit Freunden, mit Ihrem Partner. Mal den Fernseher ausmachen. Sich auf das eigene Umfeld besinnen. Genau das wünsche ich mir auch ein Stück weit für uns alle im kommen-den Jahr. Ein bisschen mehr Entspanntheit und Zuversicht. Gefühlt lebt unsere Gesellschaft nur noch im Krisenmodus. Ukraine-Krieg hier, Wirtschaftskrise da, Klimakatastrophe dort… auf Dauer macht das was mit uns. Und bei genauem Hinsehen gab es in der Geschichte der Menschheit schon immer kriegerische Konflikte und zu bewältigende Herausforderungen: Öl-Krise, Nato-Doppelbeschluss, Kalter Krieg und so weiter. Was hat sich also verändert? Vor allem die Geschwindigkeit und Fülle von Informationen, mit denen wir tagtäglich schier bombardiert werden! Push-Nachrichten auf dem Handy, News-Ticker an der Bahnsteigkante, „Reels“ in Echtzeit von den Krisen der Welt und so weiter. Mitunter einfach zu viel für unsere Seele. Insofern brauchen wir wieder mehr „Erdung“ und Besinnung. Man muss dies auch mal dankbar aussprechen: Es geht uns gut in unserem Landkreis! Unser Gemeinwesen funktioniert. Und mit einem ausgeruhten Verstand lösen sich die bestehenden Herausforderungen einfach besser. Deshalb: Öfter mal „abschalten“, wie es schon Peter Lustig immer geraten hat. Und nicht verrücktmachen lassen. Dann bekommen wir das gemeinschaftlich hin. Dann wird auch 2026 ein erfülltes Jahr für uns. Davon bin ich überzeugt – und das wünsche ich uns allen.      

Ihr
Christian von Dobschütz 
Landrat