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Netzwerk Streuobstpflege im Bernatura und Marktbergel
Am Samstag, 24. Januar 2026 fand der zweite Baumpflegetag im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim statt. Als Auftaktveranstaltung zur Baumschnittsaison im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien trafen sich rund 30 Baumwarte, Baumpfleger und weitere Interessierte.
Nach einem kurzen fachlichen Impulsvortrag von Streuobstberater Florian Kleinschroth begann die Veranstaltung im Bernatura – der Streuobstwelt Burgbernheim. Von dort aus ging es zu den landschaftsprägenden Obstbaumreihen in die Nachbargemeinde, wo die praktische Arbeit im Mittelpunkt stand. Dr. Manfred Kern, Bürgermeister von Marktbergel und selbst Baumwart, begleitete die Veranstaltung mit großem persönlichem Engagement – sowohl aktiv in der praktischen Baumpflege als auch als wichtiger Unterstützer des Projekts.
Zu Beginn erfolgte eine gemeinsame Baumansprache. Dabei wurden die jeweiligen Pflegeziele festgelegt sowie der Pflegeaufwand und die notwendige Eingriffsstärke eingeschätzt. Markus May aus Weigenheim, Vorstand der Triesdorfer Baumwarte, verdeutlichte anschaulich den Baum als lebendiges System. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden Fachbegriffe wie Nutzbarkeit, Stabilität und Vitalität sowie deren Wechselwirkungen.
Im Anschluss begann die praktische Arbeit mit Schere und Säge. Ein zentraler Aspekt war das richtige Maß beim Schnitt. Faustregeln wie „weniger ist mehr“, „von außen nach innen“ oder „oben mehr als unten“ konnten dabei immer wieder gehört werden. Fachlich erläutert wurde, dass sogenannte Alarmtriebe – auch Wasserschosser genannt – eine natürliche Reaktion des Baumes auf zu starke Eingriffe darstellen. Erfolgt der Schnitt zu intensiv und bleibt eine sommerliche Nachpflege aus, kann dies zu einer unerwünschten Verbuschung führen. Als Grundsatz gilt daher, maximal 20 Prozent der vitalen Blattmasse zu entfernen, auch um Regeneration und Wundheilung nicht zu gefährden.
Beim gemeinsamen Mittagessen ging der fachliche Austausch rege weiter. Die Verpflegung mit Kaffee und Tee vor Ort rundete die positiven Atmosphäre ab, so das Fazit von Helga Kerwagen, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim.
In kleinen Arbeitsgruppen konnten im Laufe des Tages insgesamt 35 Bäume, teils landschaftsprägende Altbäume, erfolgreich gepflegt werden. Neben der praktischen Arbeit standen insbesondere der fachliche Austausch und die Abstimmung untereinander im Vordergrund. Die hohe Expertise der teilnehmenden Baumwarten und Fachleute – von denen einige eine weite Anreise in Kauf nahmen – führte zu lebhaften Diskussionen und wertvollen Erkenntnissen.
Der Baumpflegetag zeigte deutlich, wie wichtig persönliche Netzwerke und gemeinsames Arbeiten für eine nachhaltige und fachlich fundierte Streuobstpflege sind. Einigkeit bestand darüber, dass Veranstaltungen dieser Art auch künftig regelmäßig stattfinden sollen.
Interessierte, die sich am Netzwerk Streuobstpflege beteiligen möchten, können sich beim Baamaland-Projekt melden unter E-Mail: antonia.zink@kreis-nea.de.
Diese Veranstaltung wurde im Rahmen des Bayerischen Streuobstpaktes mit Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz gefördert.
