Katastrophenschutz; Notfallvorsorge

Außergewöhnliche Ereignisse wie Unwetter, Hochwasser, längere Stromausfälle oder andere Schadenslagen können auch den Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim erheblich beeinträchtigen. In solchen Situationen ist es möglich, dass Hilfe nicht sofort überall verfügbar ist oder Versorgungsstrukturen zeitweise eingeschränkt sind. Eine gute persönliche Vorsorge hilft dabei, solche Situationen besser zu bewältigen und die Zeit zu überbrücken, bis staatliche Hilfe vollständig wirksam werden kann.
Durch persönliche Vorsorgemaßnahmen können Sie entscheidend dazu beitragen,
- die ersten Stunden oder Tage eines Ereignisses selbstständig zu überbrücken,
- Einsatzkräfte zu entlasten und
- besonders gefährdete Personen zu unterstützen.
Private Vorsorge stärkt damit auch die Widerstandsfähigkeit der gesamten Gesellschaft.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) (externer Link) empfiehlt daher allen Bürgerinnen und Bürgern, sich im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten auf mögliche Notlagen vorzubereiten.
Vorsorge im eigenen Haushalt

Eine wichtige Grundlage der Notfallvorsorge ist die angemessene Vorbereitung im eigenen Haushalt. Dazu gehört insbesondere, grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs für einen gewissen Zeitraum vorzuhalten.
Hierzu zählen unter anderem
- ausreichend Trinkwasser,
- haltbare Lebensmittel,
- alternative Beleuchtungsmittel (z. B. Taschenlampen),
- ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio,
- Batterien oder Powerbanks,
- eine kleine Hausapotheke,
- wichtige Medikamente sowie
- Bargeld.
Eine entsprechende Checkliste finden Sie weiter unten.
Was brauche ich, um gut vorbereitet zu sein?
Ein Vorrat kann in vielen Situationen hilfreich sein – sei es bei einem plötzlichen Stromausfall, extremen Wetterlagen, einer plötzlichen Erkrankung oder wenn die Regale im Lebensmittelgeschäft leer bleiben. Sie sollten sich für möglichst 10 Tage selbst versorgen können. Aber auch ein Vorrat für zumindest 3 Tage hilft schon sehr. Darauf können Sie schrittweise aufbauen.
Wasser: Trinkwasser ist sehr wichtig, wichtiger als Essen. Ein Wasservorrat hilft Ihnen, wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist.
- Wie viel Wasser? Mindestens zwei Liter pro Person und Tag. Davon sind 0,5 Liter als Wasser zum Kochen gedacht. Denken Sie auch an Ihre Haustiere!
Essen: Welche Produkte für Ihren Vorrat geeignet sind, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Verwenden Sie hauptsächlich Produkte, die Sie auch in Ihrer täglichen Ernährung verwenden. Auch die folgenden Punkte können Ihnen bei der Zusammenstellung helfen:
- Haltbar. Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht.
- Fertig. Essen, das nicht gekocht werden muss, ist essbar, auch wenn der Herd nicht mehr funktioniert.
- Kurze Kochzeit. Bei Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, hält die wertvolle Energie aus dem Campingkocher oder Grill länger.
- Für wen ist der Vorrat? Gibt es Allergien oder Essgewohnheiten, zu denen Ihr Vorrat passen muss? Haben Sie Vorräte für (Klein-)Kinder und Haustiere, die Sie in einem Notfall auch versorgen müssen?
In der folgenden Übersicht finden Sie ein Beispiel für einen 14-tägigen Grundvorrat für eine Person. Dieser entspricht ca. 2.200 kcal pro Tag und deckt damit im Regelfall den Gesamtenergiebedarf ab. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung persönliche Vorlieben, Diät-Vorschriften und Allergien.
| Menge | Bemerkung | |
| Wasser | 28 Liter | Bei dem vorgeschlagenen Getränkevorrat wurde über den reinen Bedarf eines Erwachsenen von mindestens 1,5 l pro Person und Tag hinaus ein Zuschlag von 0,5 l vorgenommen, um unabhängig von der öffentlichen Trinkwasserversorgung auch über Wasser zur Zubereitung von Lebensmitteln wie z. B. Teigwaren, Reis oder Kartoffeln zu verfügen. |
| Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis | 4,9 kg | |
| Gemüse, Hülsenfrüchte | 5,6 kg | Denken Sie daran, dass Gemüse und Hülsenfrüchte im Glas oder in Dosen bereits gekocht sind und für getrocknete Produkte zusätzlich Wasser benötigt wird. |
| Obst, Nüsse | 3,6 kg | Bevorraten Sie Obst in Dosen oder Gläsern und verwenden Sie als Frischobst nur lagerfähiges Obst. |
| Milch, Milchprodukte | 3,7 kg | Milchpulver, H-Milch |
| Fisch Fleisch, Eier bzw Volleipulver | 2,1 kg | Bitte beachten Sie, dass frische Eier nur begrenzt lagerfähig sind, Volleipulver ist hingegen mehrere Jahre haltbar. |
| Fette, Öle | 0,5 kg | |
| sonstiges nach Belieben, z. B. | Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (z. B. Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte (z. B. Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen |
Vorratskalkulator
Wer es lieber ganz genau wissen will: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bietet Tabellen für Beispielvorräte sowie einen Vorratskalkulator an.
Um sich auch bei einer Ausbleibenden Lieferung von Medikamenten selbstständig versorgen zu können sollten Sie über eine gut ausgestattete Hausapotheke verfügen. Diese sollte jedoch keine Sammlung von abgelaufenen Medikamenten sein. Achten Sie darauf, Ihre abgelaufenen Medikamente regelmäßig zu entsorgen und zu erneuern.
Ihre Hausapotheke sollte die folgenden Kriterien erfüllen:
- Sie sollte sich in einem abschließbaren Schrank oder Fach befinden,
- für Kinder nicht zugänglich sein (hoch hängen oder abschließen) und
- sich in einem wenig beheizten und trockenen Raum befinden. Achtung: Das Bad ist der falsche Platz!
- Ideal: Ein kleiner Schrank mit frei zugänglichem Verbandsfach und abschließbarem Medikamentenfach.
Mangelnde Hygiene ist weltweit Auslöser für viele Seuchen und Krankheiten. Insbesondere in Zeiten von Krisen ist eine gewisse Grundhygiene wichtig.
Bei lang andauernden Ausfällen der Wasserversorgung sollten Sie Regenwasser in allen verfügbaren größeren Gefäßen sammeln: Zisternen, Regentonnen, Eimern, Töpfen, Wasserkanistern etc. Denken Sie hierbei auch an Wasser für die Toilettenspülung.
- Gehen Sie mit dem Wasser sparsam um. Benutzen Sie bei längerer Wasserknappheit Einweggeschirr und -besteck, damit Wasser nicht zum Spülen verwendet werden muss.
- Sammeln Sie Regenwasser beispielsweise für die Toilettenspülung
- Machen Sie Leitungswasser länger haltbar durch Entkeimungsmittel. Diese bekommen Sie im Campinghandel.
- Halten Sie genügend Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Feuchttücher und Toilettenpapier vorrätig.
- Wenn das Wasser knapp ist, ist eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit eine gute Alternative.
- Benutzen Sie Haushaltshandschuhe.
- Benutzen Sie Händedesinfektionsmittel.
- Benutzen Sie zum Wischen Haushaltspapier, statt etwas nass abzuwischen.
- Zur schnellen Abfallbeseitigung sind Müllbeutel gut. Sie helfen auch, wenn der Müll für längere Zeit nicht abgefahren wird.
Wichtige Dokumente griffbereit halten! Denken Sie rechtzeitig darüber nach, was für Sie wichtig ist. Stellen Sie alle wichtigen Dokumente zusammen und bewahren diese an einem Ort griffbereit in einer Tasche auf. Für den Notfall sollten alle Familienmitglieder über den Standort der Tasche Bescheid wissen. Sichern Sie Ihre Dokumente - wenn möglich - zusätzlich digital.
Wichtig sind Dokumente, die
- die Identität belegen, zum Beispiel Geburtsurkunde und Personalausweis,
- Besitz belegen, zum Beispiel Grundbucheinträge oder Kaufverträge,
- finanzielle Ansprüche belegen, zum Beispiel Versicherungen,
- Qualifikationen belegen, zum Beispiel Schul- und Arbeitszeugnisse,
- Rechte belegen, zum Beispiel Vollmachten oder gerichtliche Entscheidungen,
- wichtige persönliche Informationen enthalten, zum Beispiel Testamente oder medizinische Befunde, Impfausweis oder Passwortlisten,
- emotional wichtig sind, zum Beispiel eine Auswahl von Fotos, die man nicht verlieren möchte
- sowie Kontaktdaten von Angehörigen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Personalausweis oder Reisepass,
- Versicherungsunterlagen,
- wichtige medizinische Informationen
Besprechen Sie mit Ihrer Familie, wie Sie sich im Notfall verhalten möchten. Insbesondere bei Ausfällen von Telefon oder Internet ist es hilfreich, im Vorfeld klare und einfache Absprachen zu treffen.
Mögliche Fragen können dabei sein:
- Wo treffen wir uns, wenn wir uns nicht erreichen können?
- Wer kümmert sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige?
- Wer informiert weitere Familienmitglieder?
Solche Absprachen können in außergewöhnlichen Situationen zusätzliche Sicherheit geben.
In vielen Notlagen spielt auch die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Nachbarschaft eine wichtige Rolle. Besonders ältere Menschen, alleinlebende Personen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen können auf Hilfe angewiesen sein.
Ein funktionierendes nachbarschaftliches Netzwerk kann dazu beitragen, dass sich Menschen gegenseitig unterstützen und wichtige Informationen weitergeben.
Die zuständigen Behörden warnen auf verschiedenen Kanälen vor Gefahren und geben Handlungsempfehlungen. Die meisten Informationen erhalten Sie über Warn-Apps und Radio. In besonderen Gefahrenlagen wird zusätzlich über Sirenen und Handys gewarnt. Es ist auch hilfreich zu wissen, wo Sie sich im Notfall vor Ort informieren können (zum Beispiel Bürgerinformationsstellen oder Betreuungsstellen). Achten Sie in außergewöhnlichen Situationen auf offizielle Informationen und Warnungen der Behörden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Themenseite „Warnung der Bevölkerung“.
Stellen Sie sich vor: Es brennt. Sie müssen schnell Ihr Zuhause verlassen. Oder Sie werden evakuiert, weil Weltkriegsmunition gefunden oder ein Gasleck entdeckt wurde. Dann haben Sie nicht mehr viel Zeit zu packen. Mit einem vorbereiteten Notgepäck können Sie alles Wichtige mit einem Griff mitnehmen.
Selbst wenn die Zeit reichen sollte, beispielsweise bei einer Evakuierung noch einige Dinge einzupacken - es ist schwer, in einer stressigen Situation an alles zu denken. Planen Sie lieber vor. Berücksichtigen Sie auch die Möglichkeit, dass es längere Zeit dauern könnte, bis Sie Ihre Wohnung wieder betreten können.
Vielleicht müssen Sie erst in eine Notunterkunft oder bei Bekannten unterkommen. Das Notgepäck soll helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen. Oberste Grundregel: Nehmen Sie für jedes Familienmitglied nicht mehr mit als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, da Sie beide Hände frei haben.
Im Notfall nicht vergessen
Tritt eine Situation ein, in der Sie Ihr Notgepäck benötigen, vergessen Sie nicht wichtige Dinge mitzunehmen, die Sie nicht vorbereitend packen können:
- Personalausweis/Reisepass
- Bargeld, Geldkarten
- Gesundheitskarte der Krankenversicherung
- Impfpass
- Haustürschlüssel, ggf. Autoschlüssel
- Handy/Smartphone falls vorhanden, damit Sie mit Angehörigen in Kontakt bleiben können
Download
Checkliste Notfall219 KB
Links
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) (externer Link)
- Selbstschutz und Selbsthilfe bei Katastrophen: StMI (externer Link)
- Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (externer Link)
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (externer Link)
- BBK – Checklisten (externer Link)
Kontakt
Tina Ruppe
Funktion: Fachbereichsleiterin
Telefon: 09161923203
