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Internationales Jahr der Hirten und Weidelandschaften

Wichtige Bewirtschaftungsform

Drei Rinder auf einer Weidefläche

Zu einer der ältesten landwirtschaftlichen Landnutzungsformen zählt die Weidetierhaltung. Zusätzlich ist diese Bewirtschaftungsform auch ein wegweisendes Modell für die Zukunft. Denn auch im 21. Jahrhundert wird noch rund die Hälfte der weltweiten Landoberfläche mit Weidenutzung bewirtschaftet. 

Das Jahr 2026 wurde von den Vereinten Nationen (VN) auf Antrag der Mongolei zum Themenjahr der Hirten und Weidelandschaften („International Year of Rangelands and Pastoralists“) ernannt. Ziel ist es, die Bedeutung der Weiden vermehrt in den Fokus zu rücken und die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hirten zu verbessern. 

Beweidung leistet wertvolle Beiträge

Weidetiere leisten einen entscheidenden Beitrag, indem sie beispielsweise den Klimaschutz, die Bodenfruchtbarkeit und die biologische Vielfalt fördern. Durch die extensive Nutzung verhindern sie die Verbuschung von Landschaften und tragen somit zum Erhalt von Lebensräumen zahlreicher Käfer, Reptilien, Amphibien, Vögel und kleiner Säugetiere bei. So verhindern beispielsweise die Schäfer im Landkreis mit ihren Schafen und Ziegen durch das Abweiden die Verbuschung wertvoller Magerrasen, Heiden oder Streuobstwiesen.

Zudem verbreiten die Tiere mit ihrer Wolle beziehungsweise ihrem Fell Pflanzensamen und die Kothaufen bieten Nahrung für zahlreiche Insekten, die wiederum essenzieller Bestandteil größerer Nahrungsnetze sind. Gleichzeitig ergeben sich auch Vorteile im Bezug auf das Tierwohl, da die Tiere auf der Weide ein Leben führen können, welches ihrem natürlichen Verhalten nahekommt. 

Beweidetes Grasland speichert Kohlenstoff. Grünland, das durch Beweidung gepflegt wird, ist einer der größten CO₂-Speicher Deutschlands. Ohne fachgerechte Beweidung würden zahlreiche dieser Flächen verschwinden. Auch der Humusaufbau und Verwertung von Biomasse, die für Menschen nicht essbar ist, können durch die Beweidung gefördert werden. Insbesondere die Wanderschäferei, eine jahrhundertealte Tradition, zeigt, wie ressourcenschonend und nachhaltig Landwirtschaft sein kann.

Hirten schaffen und erhalten einzigartige, artenreiche und klimaresiliente Lebensräume und Kulturlandschaften. Ohne ihre Arbeit wären viele dieser Biotope längst verschwunden. Doch die Weidewirtschaft ist bedroht. Weidetiere produzieren zwar wertvolle regionale Produkte wie Fleisch, Wolle und Milch, jedoch reicht der Erlös alleine nicht aus, um das Einkommen der Beweider zu sichern und die Betriebe zukunftsfähig aufzustellen. Bürokratische Hürden, geringe finanzielle Unterstützung und steigende Preise erschweren die Berufsausübung. Ein weiteres Problem ist der fehlende Nachwuchs. Wenig junge Menschen entscheiden sich noch für eine Laufbahn in der extensiven Beweidung, sodass Praktiker und deren Wissen zunehmend verschwinden. All diese Punkte machen es schwer, an dieser Nutzungsform festzuhalten.

Was können wir für den Erhalt der Weidelandschaften tun? 

Rahmenbedingungen müssen verbessert werden. Hierfür müssen Hürden für die Weidetierhaltung abgebaut und attraktive Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene geschaffen beziehungsweise erhalten werden. Hirten müssen für ihre vielen Arbeitsstunden angemessen entlohnt werden, insbesondere auch in Anbetracht ihrer Leistungen im Natur- und Umweltschutz.

Weiterhin müssen die Weidetierhaltung und deren Bedeutung in politischer Arbeit und in Medien hervorgehoben werden. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung spielt die Weidetierhaltung oft noch keine bedeutende Rolle. So wird beispielsweise der Beruf des Schäfers häufig romantisiert und die Realität außer Acht gelassen. Die Weidetiere müssen täglich, egal ob Wochenende oder Feiertag sowie bei welchem Wetter, versorgt werden, was zu langen und beschwerlichen Arbeitstagen führt.

Beweidung ist unverzichtbar 

Weidetierhalter hüten nicht nur Tiere, sondern sind auch unverzichtbare Partner in der nachhaltigen Landnutzung. Sie erhalten traditionelle Kulturlandschaften, schützen die Böden und fördern die Arten- sowie Lebensraumvielfalt. Ohne ihren Einsatz würden essenzielle Biotope verschwinden, die für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz von enormer Bedeutung sind.

Bei Fragen zum Thema Beweidung können Sie sich gerne an den Landschaftspflegeverband Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim wenden.

Projektleiterin Frau Rauscher: 09161 92-4105 (Mo, Di und Mi), landschaftspflegeverband@kreis-nea.de

Online: https://www.kreis-nea.de/lebenslagen/landschaftspflegeverband