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Rebhuhn und Feldhamster haben vieles gemeinsam

Text und Bild: Karin Eigenthaler

Gut zu erkennen sind die drei Teile einer Feldhamsterinsel, der Blühstreifen, die Luzerne und das Getreide. Damit entsteht Lebensraum und vernetzende Struktur in der Agrarfläche.

Zu einer Exkursion zum Vogel des Jahres 2026, dem Rebhuhn, und dem Feldhamster lud die BUND Naturschutz Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim  zu einer Feldhamsterinsel bei Geißlingen in den westlichen Teil des Landkreises ein. 

Das Rebhuhn lebt auf Äckern und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dort legt der zu den Hühnervögeln gehörende Vogel auch sein Nest an mit bis zu 20 Eiern. Sind die Küken geschlüpft, picken sie anfangs Insekten, Spinnen und andere Tiere, denn sie wachsen schnell und brauchen tierisches Eiweiß. Ansonsten ernähren sich Rebhühner überwiegend  vegetarisch mit Wildkräutersamen, Getreide und Grasspitzen. Wenn die Küken nach 5 bis 6 Wochen selbstständig sind, bleiben sie bei den Eltern und bilden mit ihnen eine sog.„Kette“. Sie gehen zusammen auf Nahrungssuche oder verstecken sich gemeinsam in der Vegetation.

Die Intensivierung der Landwirtschaft setzt dem Rebhuhn zu. Es fehlen Flächen, auf denen ganzjährig Futter zu finden ist wie Brachen, Blühflächen und Altgrasfluren. Dort finden sie auch Deckung vor ihren Fressfeinden.

Die Feldhamsterinseln bieten alles, was das Rebhuhn braucht. Eine „Insel“ setzt sich aus drei Kulturformen zusammen: ein Streifen Getreide, das erst nach dem 1.10. d.J. geerntet werden darf, ein Streifen Luzerne und ein Streifen mehrjährige Blühfläche.  Feldhamster kommen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim nur im nordwestlichen Teil des Landkreises bei Uffenheim vor. Nachdem der Feldhamster in Erdbauen lebt, braucht er grabfähige Erde. Die rund um Uffenheim vorherrschenden Lössböden  sind dafür hervorragend geeignet. In den Sommerbauen spielt sich das Familienleben der Hamsterweibchen ab, dort bekommen sie 1-2mal im Jahr 3-4 Junge. Die Männchen leben allein getrennt in eigenen Bauen. 

Auch die jungen Feldhamster brauchen zu ihrer schnellen Entwicklung tierische Kost, ansonsten sind die Tiere Nahrungsopportunisten. Hier sind dann die drei Streifen der „Insel“ wichtig. Während in der Vegetationsphase Ackerwildkräuter, Getreide, Klee, Luzerne, auch Kartoffeln, Rüben und Mais gefressen wird, muss für die Herbst- und Winterzeit Vorrat eingelagert werden. Deshalb suchen die Hamster ab August, dem Ende der Jungenaufzucht, Futter, das sie in ihren Backentaschen sammeln und in ihren tiefer gelegenen Winterbau bringen. 2 bis 5 Kilo Futter, meist Getreide, braucht der Hamster, um den Winter gut zu überstehen.  Nachdem Luzerne auf der Fläche wächst und das Getreide erst nach dem 1.10. geerntet werden darf, haben die Hamster ein ausreichendes Angebot für ihre winterliche Speisekammer. Die Feldhamsterinseln sind damit ein gutes Angebot, die Feldhamsterpopulation zu sichern. Die Landwirte bekommen für das Anlegen und die Pflege der Flächen und für ihre Arbeit eine Prämie ausbezahlt. Dazu berät das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Herr Willfarth, Wildlebensraumberater am AELF Fürth-Uffenheim (Tel. 09842 208-1204), die Untere Naturschutzbehörde, Frau Heinl am Landratsamt Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim (09161 92-4103) und Herr Lanig vom Landschaftspflegeverband Würzburg e.V. (0931 8003-5452).

Bei der Begehung und der Besichtigung der Feldhamsterinseln konnte gut gezeigt und gesehen werden, dass solche eigentlich einfachen Maßnahmen helfen, Feldhamstern aber auch vielen anderen Tieren wie Rebhuhn und Feldhasen wichtige Lebensräume zu schaffen. Es wäre zu wünschen, dass auch weitere Landwirte solche „Inseln“ schaffen und die Fördermöglichkeiten wahrnehmen.