Weidelandschaften von der Ehe zur Aisch und zum Selingsbach

Entlang der Flüsse Ehe und Aisch sowie des Selingsbachs im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim liegen wertvolle Feuchtlebensräume. Nasswiesen, feuchte Hochstaudenfluren und naturnahe Gewässerstrukturen schaffen dort vielfältige Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bieten zugleich wichtige Ansatzpunkte für deren Erhalt und Weiterentwicklung. 

Eine besondere Rolle spielen extensiv genutzte Weidelandschaften. Durch den Rückgang der traditionellen bäuerlichen Weidewirtschaft sind vielerorts strukturreiche Lebensräume verloren gegangen. Extensive Beweidung schafft ein vielfältiges Mosaik aus kurzrasigen Bereichen, höherer Vegetation, Trittstellen und Gehölzen. Diese Strukturen bieten vielen Arten Nahrung sowie Lebens- und Rückzugsräume. Insekten finden beispielsweise in Pflanzenstängeln Überwinterungsmöglichkeiten, Käfer und Fliegen nutzen Dung als Nahrungsquelle und Entwicklungsraum. Gleichzeitig hält der Verbiss der Weidetiere Gehölze zurück und trägt zum Erhalt artenreicher Offenlandlebensräume bei.

Von dieser Struktur- und Insektenvielfalt profitieren auch Fledermäuse, die im Mittelpunkt des Projekts stehen. Im Landkreis sind zahlreiche Fledermausarten nachgewiesen, darunter der Große Abendsegler und die Zwergfledermaus. Für Fledermäuse ist ein ausreichendes und dauerhaft verfügbares Insektenangebot eine wesentliche Voraussetzung für geeignete Jagdlebensräume. Lebensraumverlust sowie der Rückgang von Insekten sind wesentliche Faktoren, die Fledermausarten in Deutschland gefährden.

Projektbeschreibung

Hier setzt das fünfjährige Verbundprojekt „Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ an: Der Landschaftspflegeverband Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim engagiert sich gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL), dem BUND Naturschutz Bayern e.V. (BN) und acht weiteren Projektpartnern aus Bayern für den Schutz heimischer Fledermausarten.

Ziel des Projekts ist es, durch eine insektenfreundliche Beweidung geeignete Jagdlebensräume für Fledermäuse zu entwickeln und langfristig zu sichern. Dazu werden extensive Weidesysteme mit Rindern, Pferden und Wasserbüffeln etabliert und fachlich begleitet. Auf den prophylaktischen Einsatz von Antiparasitika soll dabei verzichtet werden. So bleibt der Dung der Weidetiere als wichtige Nahrungs- und Entwicklungsgrundlage für zahlreiche Insekten erhalten und kann damit indirekt das Nahrungsangebot für Fledermäuse verbessern. Durch den unregelmäßigen Fraß der Tiere entstehen auf extensiven Weideflächen „Weidereste“, also Bereiche mit höherem Gras und einer heterogenen Vegetationsstruktur. Diese unterschiedlich dicht und hoch bewachsenen Bereiche schaffen vielfältige Rückzugs-, Nahrungs- und Entwicklungsräume für zahlreiche Insektenarten und tragen damit zur strukturellen Vielfalt und ökologischen Qualität der Weideflächen bei.

Das Verbundprojekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) gefördert.

Projektlaufzeit: 01.03.2026 bis 15.02.2031

Maßnahmen

Im Landkreis werden die Projektansätze auf drei ausgewählten Flächen mit einer Gesamtkulisse von rund 160 Hektar umgesetzt. Davon sind etwa 22 Hektar als Weideflächen vorgesehen.

Zur Aufwertung der Flächen werden folgende Maßnahmen kombiniert:

  • Extensive Beweidung: Etablierung und fachliche Begleitung geeigneter Weidesysteme mit geringer Besatzdichte.
  • Kleingewässer und Flachmulden: Ergänzung und ökologische Aufwertung bestehender Gewässerstrukturen sowie Neuanlage zusätzlicher Strukturen Dies schaftt wertvolle Lebensräume für Insekten und beispielsweise die Gelbbauchunke.
  • Fledermauskästen: An geeigneten Stellen werden zusätzliche Quartiermöglichkeiten geschaffen.
  • Gehölzstrukturen: Im näheren Umkreis der Weideflächen werden an geeigneten Stellen Gehölze als Leitstrukturen für Fledermäuse gepflanzt.

Ziele und Ausblick

Über die Projektlaufzeit hinaus sollen die Weidesysteme zur nachhaltigen Entwicklung artenreicher Offenland- und Feuchtlebensräume beitragen. Habitatmosaike aus Gewässern, feuchtem Weideland und lockeren Gehölzstrukturen fördern die Insektenvielfalt und sichern langfristig geeignete Jagd- und Nahrungslebensräume für Fledermäuse.

Durch die Vernetzung der Projektflächen entstehen großeflächige naturnahe Lebensräume und ökologische Trittsteine, das den Biotopverbund stärken und den Austausch von Tier- und Pflanzenarten erleichtern.

Gleichzeitig trägt der Erhalt extensiv genutzten Grünlands zum Schutz wertvoller Kulturlandschaften bei. Als terrestrischer Kohlenstoffspeicher kann Grünland einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die extensive Weidenutzung unterstützt darüber hinaus den Erhalt traditioneller Formen der Landbewirtschaftung und damit einen wichtigen Teil der regionalen Kulturlandschaft.

Haben wir Ihr Interesse geweckt oder haben Sie Fragen?
Dann melden Sie sich bei der Projektmanagerin Mia Preiß im Landratsamt, Landschaftspflegeverband: Tel. 09161 92-4117 (Mo, Mi, Fr) oder per E-Mail landschaftspflegeverband@kreis-nea.de

Projektsteckbrief des Bundesamtes für Naturschutz: Fledermausschutz durch Kuh & Co. (FleKuCo) | BFN

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Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf Instagram unter: lpv_neustadt.aisch (externer Link)


Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Nationalen Artenhilfsprogramms wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.