CO2-Bilanz des Landkreises Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim für das Jahr 2023
Im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim ist der Gesamttreibhausgasausstoß seit 2016 bis 2023 um knapp 70.000 t CO2äqu gesunken bei einem gleichzeitigen Einwohnerzuwachs von 4.300.
Allgemeines zur Bilanzerstellung
Im Rahmen der Erststellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes wurde durch ein extern beauftragtes Büro erstmals eine CO2-Bilanz des Landkreises für das Jahr 2016 erstellt. Nun wurde diese Bilanz für das Jahr 2023 fortgeschrieben. Die dafür benötigten Daten wurden im Haus intern erhoben, sodass die Daten/Veränderungen bei einer zukünftigen Fortschreibung besser verglichen und nachvollzogen werden können.
Zur Erstellung wurde die Software Klimaschutzplaner verwendet und es wurde nach BISKO (Bilanzierungsstandard Kommunal) bilanziert, einem standardisierten Regelwerk für die Erstellung einheitlicher und damit über die Zeit vergleichbarer Treibhausgasbilanzen auf kommunaler Ebene. Die Verbräuche werden differenziert nach den Sektoren Industrie; Gewerbe, Handel, Dienstleistungen; Private Haushalte; Verkehr und Kommunale Einrichtungen ausgewiesen.
Seit der ersten Treibhausgasbilanzerstellung im Jahr 2016 ist die Einwohnerzahl in Frankens Mehrregion von 99.332 Einwohnern auf 103.654 im Jahr 2023 gestiegen. Damit leben heute über 4.300 Menschen mehr Menschen im Landkreis als noch 2016.
Treibhausgasausstoß gesamt
2023 beträgt der Gesamttreibhausgasausstoß 851.511t CO2äqu, was 8,2t pro Einwohner entspricht.
Um die Bilanz von 2016 besser mit der von 2023 vergleichen zu können, wurde die Bilanz von 2016 ebenfalls im Klimaschutzplaner berechnet.
Die im Klimaschutzkonzept 2016 errechnete CO2-Bilanz weicht aufgrund verschiedener Berechnungsgrundlagen von der nachgebildeten Bilanz ab. Wichtiger sind nicht die absoluten Zahlen, sondern der Trend, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies konnte durch die nachgestellte Bilanz nachgewiesen werden.
Die nachstehenden Vergleiche beziehen sich auf die selbstermittelten Daten.
40% des Treibhausgasausstoßes im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim sind auf den Sektor Verkehr zurückzuführen, 30% auf die Privaten Haushalte, 17% auf die Industrie, 12% auf den Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und 1% der Emissionen auf die Kommunalen Einrichtungen.
Als ländlich geprägter Flächenlandkreis sind die Einwohner in Frankens Mehrregion stark auf das Auto als Verkehrsmittel angewiesen. Dies führt in den Sektoren Verkehr und private Haushalte zu einem CO₂-Ausstoß, der etwas über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Der nachstehende Modalsplit zeigt, die Häufigkeit der Fahrzeugnutzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel:
Das am meisten genutzte Verkehrsmittel in Frankens Mehrregion das Auto. 2023 wurden 1.287 Millionen Personenkilometer mit dem Auto zurückgelegt, dies sind 83% der Fahrten. Es folgen Fahrten mit dem Zug, der Anteil an Zugfahrten beträgt 13%. Rund 2% werden mit motorisierten Zweirädern und 1% mit Linienbussen zurückgelegt. Wege, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden machen jeweils rund 14 Mio. Personenkilometer aus (1,0%). Nichtmotorisierte Fahrten (zu Fuß oder mit dem Rad) haben damit den gleichen Verkehrsanteil wie Motorräder und Linienbusse.
Wie der Modalsplit zeigt, wurden 83% der Fahrten mit dem Pkw zurückgelegt. Daher wird der Fahrzeugbestand nachstehend genauer betrachtet:
Von 2016 bis 2023 ist der Pkw-Bestand im Landkreis um knapp 7.000 Fahrzeuge von 63.043 auf 69.630 gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl zugelassener Elektrofahrzeuge von 79 auf 2200 gestiegen. Während reine Elektrofahrzeuge 2016 einen Anteil von 0,1% ausmachten, lag dieser 2023 bei 3%. Ähnlich verhält es sich bei den Hybridfahrzeugen: 2016 waren 216 (0,3%) solcher zugelassen, 2023 2690 (4%). Zusammen machten Elektro- und Hybridfahrzeuge im Jahr 2023 7% aus, 93% der zugelassenen Fahrzeuge wurden rein mit fossilen Kraftstoffen angetrieben.
Die Zunahme der Elektro- und Hybridfahrzeuge um 6,4% liegt mit 0,1 Prozentpunkten leicht unter der Zunahme im Bundesdurchschnitt: Hier nahmen die Zulassungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen im gleichen Zeitraum um 6,5% von einem Anteil von 0,4% im Jahr 2016 auf 6,9% im Jahr 2023 zu.
Der Pkw-Bestand pro 1000 Einwohner lag 2023 im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim bei 685, bundesweit bei 586. Damit lag der Pkw-Bestand pro 1000 Einwohner im Landkreis um 17% höher als im Bundesdurchschnitt.
Endenergieverbrauch und Energieträger
Der Endenergieverbrauch (MWh) setzte sich in 2023 wie folgt zusammen:
Der Endenergieverbrauch war mit 1.060.943 MWh bei den Privaten Haushalten am höchsten, gefolgt von den Endenergieverbräuchen im Verkehrssektor, der Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und den Kommunalen Einrichtungen. Ein durchschnittlicher Haushalt in Frankens Mehrregion hat einen jährlichen Verbrauch von 10,2 MWh.
Die nachstehende Grafik zeigt die Zusammensetzung der thermischen Energieträger:
Am häufigsten wird Heizöl (679.076 MWh im Jahr), gefolgt von Erdgas (256.352 MWh/a) zum Beheizen eingesetzt. An dritter Stelle stehen sonstige Energieträger mit 276.549 MWh/a, hierunter fallen unterschiedliche Energieträge wie etwa Flüssiggas. Auch Holz wird in vielen Haushalten als Energieträger eingesetzt und steht an vierter Stelle mit 22.351 MWh/a.
Die Energieträger haben jeweils unterschiedliche Anteile am Treibhausgasausstoß:
So sind knapp 40% des Treibhausgasausstoßes nach Energieträgern auf fossile Kraftstoffe (z.B. Erdgas und Erdöl) zurückzuführen, gefolgt von Strom (32%), Heizöl (12%) und fossilem Gas (11%).
Zubau Erneuerbarer Energien
Neben den Verbrauchswerten und Treibhausgasausstößen wurde ermittelt, wie sich der Zubau der Erzeugung der Erneuerbaren Energien im Landkreis entwickelt.
764.000 MWh Strom wurden 2023 im Landkreis erzeugt. Dieser kommt zu 46% aus Windkraftanlagen, gefolgt von PV-Aufdach-Anlagen (22%), Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (16%) und PV-Freiflächen-Anlagen (15%). Seit 2023 konnten weitere Erneuerbare-Energieanlangen (u.a. Windräder und PV-Anlagen) mit einer Leistung von 140 MW zugebaut werden, sodass die bilanzielle Deckung weiter steigen wird. Schon seit rund 10 Jahren weist der Kreis eine bilanzielle Deckung des Stromverbrauchs auf, 2023 lag diese bei knapp 180%. Durch den weiteren Zubau wird diese bilanzielle Deckung noch weiter steigen. Die regionale Wertschöpfung wird dadurch gestärkt und die Kommunen profitieren etwa durch zusätzliche Steuereinnahmen.






